Wie ernst es ihr mit dem Artenschutz im Zuge des Volksbegehrens ist, offenbart die Staatsregierung mit einem, gelinde gesagt, fragwürdigen Schritt. Das Verkehrsministerium will Blühstreifen an Autobahnen anlegen. Hatten Autofahrer den deutlichen Rückgang zerklatschter Insekten an ihren Frontscheiben zuletzt als Beleg für das Artensterben gewertet, so werden sie dank dieses Geistesblitzes bald eines Besseren belehrt: Biene und Co sterben dann wieder vermehrt dort, wo es die bayerische Infrastruktur vorsieht.

Oder geht es darum, CO 2 - und treibhausgasbelasteten Honig zu produzieren, der dafür steht, dass Deutschland seine Klimaziele klar verpasst und womöglich sogar Emissionsrechte im Ausland kaufen muss? Viel weniger deplatziert erscheint da die Initiative der findigen Landwirte, die nach dem Volksbegehren nicht im Schmollwinkel verharren. Mit dem Angebot von Bienenweiden-Patenschaften auf ihren in Ungnade gefallenen Äckern gehen sie selbst in die Offensive. Sie zeigen auf: Umzudenken ist Aufgabe aller. Unterzeichner des Begehrens sollen sich an die eigene Nase fassen, Bekenntnissen auch eigene Konsequenzen folgen lassen. Gewiss, die Aktion entlässt die Bauern nicht aus der Verantwortung, sie wird Biene & Co. nicht retten. Aber sie mahnt versöhnlich zum Miteinander. Und sie verhilft Menschen, die in ihrem eigenen Umfeld etwas für eine intaktere Umwelt tun wollen, zumindest kurzfristig zu einem guten Gefühl. e.kiesewetter@infranken.de