Die Außenfassade der Weismainer Kreuzkapelle sieht nach der Renovierung schon richtig schmuck aus. Im Inneren stehen die Deckenarbeiten ebenfalls schon kurz vor dem Abschluss. Dennoch ist auf der Baustelle noch viel zu tun, Stromleitungen müssen verlegt und die Holzfassung der Empore gereinigt werden.
Die Kreuzkapelle östlich der Altstadt wurde um 1700 unter Fürstbischof Franz Lothar von Schönborn gebaut. Architekt dürfte Christoph Leidner gewesen sein. Erbauer war Maurermeister Hans Michael Schrimlinhard. "Zehn Jahre brauchte die Weismainer Bürgerschaft, bis sie die Kreuzkapelle auf dem Burgberg fertiggestellt und eingerichtet hatte", schreibt der Historiker Bernhard Dietz.
Zur Kapelle führt ein Kreuzweg mit sieben Bildstöcken aus Sandstein. Das Kirchlein besteht aus einem Langhaus mit zwei Achsen und einem angegliederten Chor. An der Südseite ist die Sakristei mit Walmdach angebaut. Zur Ausstattung gehören ein großes Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert und die sogenannten Assistenzfiguren der Heiligen Maria und des Lieblingsjüngers Johannes.


1989 letztmals saniert

Von 1945 bis 1960 feierte die evangelische Kirchengemeinde Weismain hier bis zur Fertigstellung der Christuskirche ihre Gottesdienste. Die letzte umfassende Renovierung erfolgte 1989, die Dächer wurden 2001 neu eingedeckt.
Nach über 25 Jahren waren die Renovierung der Innenraumschale und der Außenfassade sowie eine Restaurierung der Orgel dringend notwendig geworden. Pfarrer Gerhard Möckel, Kirchenpflegerin Maria Bauer, Rudolf Donath von der Kirchenverwaltung und Architekt Georg Dietz überzeugten sich kürzlich vom Fortgang der umfangreichen Arbeiten, die bis zum Jahresende abgeschlossen sein sollen.
Maria Bauer hoffte auf weitere Spenden für die Renovierung des Kleinods. Besonders in der Osterzeit rückt die Kapelle ins Licht der Öffentlichkeit, wenn von dort die Palmsonntagsprozession in die Pfarrkirche zieht.