Damit hatte der Chef des Reiterhofs Hessenmühle, Roland Staudenmaier, überhaupt nicht gerechnet: Am letzten Lehrgangstag überreichte ihm Spielpädagogin Beatrix Wirth eine Urkunde vom Freizeitamt der Stadt Herzogenaurach für "33 Jahre Reitkurse im Rahmen des Ferienprogramms" und bedankte sich für die langjährige Kooperation und das große Engagement mit einem Präsent. In Zeitungsberichten von 1983 las man seinerzeit "Freizeitheim an der Aurach hat Reiterferien als großes Konzept", und der damalige Leiter Hans Ehl pries die erstmaligen Reitkurse auf der Hessenmühle in Aurachtal als einen "Knüller" an.
Es ist dem erfahrenen Berufsreitlehrer Staudenmaier zu verdanken, dass die Freude am Pferd seit Generationen ungebrochen aufrechterhalten wird, lobte Beatrix Wirth. Bekanntlich sei "Reiten" ein Zauberwort für Mädchen, aber immer wieder wagten sich auch Jungen in den Sattel und ließen sich beibringen, wie man ein Pferd beherrscht.
Damit individueller Unterricht geboten werden konnte, wurden die Kursteilnehmer in den Ferien in Theorie- und Praxisgruppen aufgeteilt. Während die eine Hälfte in der Reithalle auf dem Pferd zuerst das korrekte Aufsitzen, die exakte Zügelführung und das schwierige Gleichgewichthalten übten, lernten die anderen Kinder im Stall, was ein Pferdeliebhaber über Pflege, artgerechte Haltung oder Reitlehre wissen muss.
Unterstützt wurde Pferdewirtschaftsmeister Staudenmaier von Katja Hohenberger und Karina Franke. Die beiden langjährigen Reiterinnen in der Hessenmühle brachten den kleinen Pferdefreunden alles über Trensenarten, Pferdekrankheiten, Zuchtgebiete oder auch die Anatomie des Pferdes nahe.
Viele seiner zahlreichen Schüler, denen der beliebte Reitlehrer bis zu Turniersiegen und Meis-tertiteln verholfen hatte, haben ihre ersten Schritte mit dem Pferd in solchen Ferienreitkursen unternommen.
Marion Zeltner