Herzogenaurach — In knapp zwei Jahren jähren sich Reformation und Glaubensspaltung zum 500. Mal. Zur Einstimmung auf die religiösen und politischen Ereignisse des 16. Jahrhunderts lädt der Heimatverein zu einem Vortrag mit Professor Günter Dippold zum Thema "Reformation und Gegenreformation in Herzogenaurach und im Hochstift Bamberg" ein. Der Vortrag findet am kommenden Donnerstag um 19.30 Uhr in der Gaststätte Heller statt. Die Veranstaltung ist kostenfrei, Gäste sind willkommen.
Die reformatorische Bewegung erfasste ganz Franken. Herzogenaurach war in einer besonderen Situation, weil zur hiesigen Pfarrei neben der fürstbischöflich-bambergischen Stadt auch Orte gehörten, über welche die Reichsstadt Nürnberg, der Markgraf von Brandenburg-Ansbach und ritter-schaftliche Familien herrschten. Daher waren die folgenden Jahrzehnte von den religiösen und religionspolitischen Kontroversen zwischen den unterschiedlichen Machthabern geprägt.
Herzogenaurach selbst war im weltlichen Herrschaftsbereich des Bamberger Bischofs gelegen, dennoch fasste zunächst auch in der Bürgerschaft die Reformation Fuß. Erst in der Gegenreformation der 1590er Jahre wurde aus Herzogenaurach wieder eine rein katholische Stadt.
Günter Dippold hat über diese bewegte Zeit promoviert und wird in seinem Vortrag auch immer wieder Bezüge zum Geschehen in Herzogenaurach herstellen.