Dreieinhalb Stunden redeten sich die Mitglieder des Gemeinderates Reckendorf die Köpfe heiß: Hierbei ging es vornehmlich um Baugebiete, zum Teil bestehend wie die Siedlung Ost, oder auch erst in der Planung, wie das Baugebiet Priegendorfer Weg, das nur zwei Bauplätze umfassen wird und das Neubaugebiet "Am Knock" mit immerhin 31 neuen Bauplätzen.
Wohl mehr wie beim Streit um des Kaisers Bart ging es beim Antrag einer Reckendorfer Bürgerin, die um Aufklärung der Sachlage bezüglich der Rechtsgültigkeit der Einbeziehung des ursprünglichen Bebauungsplanes "Siedlung Ost" in den Bereich des Bebauungsplanes "Siedlungsgebiet Ost" bat. Da dieser Bebauungsplan aus dem Jahr 1963 herrührt, davon auch nur noch ein verschlissenes und handschriftlich geändertes Exemplar vorliegt, wurde festgestellt, dass es sich grundsätzlich nicht um ein anderes Plangebiet handele, sondern um eine im Lauf der Jahrzehnte sich eingebürgerte, falsch angegebene Bezeichnung handele. Nicht eindeutige Bezeichnungen hätten jedoch keinen Einfluss auf die Erteilung von Baugenehmigungen und/oder erforderlicher Befreiungen.


Gasanschluss für jedes Haus

So langsam ernst wird es im Baugebiet Knock: Hier haben nun die Bauwerber die Möglichkeit, ihre Energieversorgung durch eine örtliche zentrale Gasversorgung durch Prima-Gas mit Flüssiggas sicherzustellen. Stefan Heining von der anbietenden Firma erläuterte die Maßnahme, die als Voraussetzung eine Wegenutzung für die Verlegung des Gasnetzes bedingt. Hierfür erhalte die Gemeinde eine geringe Konzessionsabgabe. Auf Gemeindefläche ist ein unterirdischer Tank vorgesehen, jedes Grundstück erhält einen Gasanschluss, der auch bei Bedarf als Erdgasleitung genutzt werden kann. Es besteht kein Anschlusszwang, es würden Zweijahresverträge abgeschlossen. Der Tank sei für die 31 Parzellen ausreichend, falls sich angrenzende Gewerbebetriebe anschließen würden, müsse man über eine Vergrößerung nachdenken. Mit 14:1 Stimmen beschloss der Gemeinderat, dass mit Prima-Gas ein entsprechender Vertrag abgeschlossen werden soll.


Pflaster statt Asphalt

Ins Eingemachte ging es schon bei der Vorstellung der Erschließungsplanung Baugebiet Knock durch Horst-Dieter Gehring vom gleichnamigen Architekturbüro. Verzichtet werden soll auf "Absturzschächte" beim Kanalbau, hierfür stimmten 13 Ratsmitglieder, einstimmig war der Rat dafür, die Gehwege zu pflastern statt zu asphaltieren, ebenso sollen "für alle Fälle" in die Gehwege Leerrohre verlegt werden, die Mehrkosten betragen wenige tausend Euro, so dass die gesamten Erschließungskosten den ursprünglichen Ansatz nicht übersteigen werden.


Tagesmutter bessere Lösung

Statt der für dieses Neubaugebiet auf Vorschlag von Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) vorgeschlagenen zwei neuen Straßennamen wollte sich der Gemeinderat auf einen Namen beschränken. Die Reckendorfer neuen Bauherren werden sich nun mit dem Namen "Evelis-Ring" anfreunden müssen, der von Eva Elisabeth Scheuerling herrührt, die 1848 bis 1932 in Reckendorf lebte und über 50 Jahre als Bezirkshebamme wirkte. Acht Ratsmitglieder waren für diesen Vorschlag, sieben hätten lieber einen Helmut-Horger-Ring gehabt, der 24 Jahre lang als Bürgermeister die Geschicke Reckendorfs mitbestimmte.
Rückgängig gemacht wurde der Beschluss des Gemeinderates vom September letzten Jahres, wo es um die Erweiterung des Kindergartens der Johanniter Unfallhilfe um eine zusätzliche Kinderkrippengruppe für zwölf Kinder ging. Die neuesten Zahlen belegen jedoch, dass ingesamt nur 16 Kinder Bedarf angemeldet hätten, eine Kinderkrippengruppe maximal mit 14 Kindern belegt werden kann, sodass eine Betreuung der zwei Kinder, die "zu viel" wären, durch eine Tagesmutter die wirtschaftlich bessere Lösung wäre.
Erfreulich die Beteiligung von Reckendorfer Bürgern als Vertreter für die Gemeindewerkstätten: Insgesamt 15 Männer und Frauen aus dem Gemeinderat, Reckendorfer Vereinen und Gewerbetreibenden werden die Interessen Reckendorfs in diesem Gremium vertreten.