von unserem Mitarbeiter Horst Lange

Reckendorf — Alternative Energien und Möglichkeiten der Energieversorgung im Neubaugebiet "Knock" standen im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung in Reckendorf.
Zunächst war es Robert Martin, der Klimaschutzbeauftragte im Landratsamt Bamberg, der dem Rat alternative Energienutzungsmöglichkeiten im Rahmen der Klimaallianz vorstellte. Zwar sank der Stromverbrauch in Reckendorf von 2003 bis 2013 von 6,0 auf 5,3 Millionen Kilowattstunden (kWh), also um runde zwölf Prozent, dennoch rangiert Reckendorf im Vergleich zu anderen Landkreisgemeinden noch im hinteren Drittel beim Durchschnittsverbrauch, der derzeit bei 2221 kWh pro Einwohner liegt. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt bei 14,7 Prozent und damit deutlich niedriger als etwa in den Jura-Gemeinden, die von ihren Windparks profitieren.
Als Möglichkeiten, den Energiebedarf weiter zu senken und dabei auf alternative Energien umzusteigen, nannte Martin eine Verstärkung der Photovoltaik-Eigennutzung und den Austausch alter Pumpen bei Heizungen. Verstärkt sollten die Bürger Wert auf die energetische Gebäudesanierung legen, zumal diese mit entsprechenden Förderungen verbunden sei. Weitere Punkte seien die Steigerung der Elektromobilität und der Energieeffinzienz, zweckmäßig sei auch eine Photovoltaik-Eigenstromnutzung bei der Kläranlage.


Zwei Ladesäulen zugestimmt

In diesen Bereich fiel auch der Tagesordnungspunkt "Elektromobilitätskonzept des Landkreises Bamberg". Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) erläuterte, dass die Kosten für eine solche Ladesäule inklusive Anschlusskosten rund 10 000 Euro betragen würden. Davon würde die Städtebauförderung 60 Prozent und der Landkreis weitere 2500 Euro als Zuschuss tragen, so dass für die erste Ladesäule für Elektroautos der Eigenanteil der Gemeinde nur 1500 Euro betrüge. Dabei hätten beide Betreiber der Reckendorfer Brauereien eine solche Ladesäule gerne in ihrer Nachbarschaft und teilten dem Bürgermeister auch mit, dass sie eine zweite Säule mit einer größeren Summe als Sponsor mitfinanzieren würden. Der Gemeinderat stimmte der Anschaffung zweier Ladesäulen unter der Voraussetzung zu, dass die zugesagten Zuschüsse auch fließen.
Die Energieersparnis stand auch im Mittelpunkt eines Vortrages von Klaus Althoff, der über die Möglichkeiten der Energieversorgung im Neubaugebiet "Knock" referierte. Wind- und Sonnenenergie könnten im Grundsatz 60 bis 80 Prozent des Strombedarfs eines Hauses abdecken, entsprechende Anlagen seien auch ausgesprochen langlebig und brächten auch nach 30 Jahren bis zu 85 Prozent Leistung. Im Neubaugebiet "Knock" könnten sich die 30 Hausbauer zu einer Energiegenossenschaft zusammenschließen, die Schaffung eines Nahwärmenetzes, ein Blockheizkraftwerk oder der Einsatz von Dachanlagen mit Photovoltaik könnten hier zu einer zeitgemäßen Energieversorgung führen, wobei Althoff einfache Solarzellen oder Luft- bzw. Erdwärmepumpen als nicht mehr zweckmäßig bezeichnete. Bürgermeister Deinlein versprach, diese Möglichkeiten mit den Neubürgern im "Knock" in Reckendorf zu besprechen und nach Bedarf umzusetzen.
Von rund elf Millionen Euro Kosten für die Generalsanierung der Verbandsschule in Baunach berichtete Deinlein aus der Gemeinschaftssitzung der VG Baunach. Hier müsse sich die Gemeinde Reckendorf auf erhebliche Kosten für eine anteils-mäßíge Beteiligung einstellen.


Lesewinter und Empfang

Neue Errungenschaften in Reckendorf sind ein Lesewinter, der in den Wintermonaten an jedem Samstag in Zusammenarbeit mit der Bücherei in der Synagoge angeboten wird. Anders gestaltet wird auch der Neujahrsempfang: Dieser firmiert nun als Ehrenamtsabend und findet am 2. Dezember um 19 Uhr in der Synagoge statt.