Eng gestrickt ist der Haushaltsplan der Gemeinde Reckendorf in diesem Jahr. In der Gemeinderatssitzung stellte der Kämmerer der VG Baunach, Bernhard Weber, der selbst krankheitsbedingt verhindert war, in seinem Entwurf fest, dass sich der Vermögenshaushalt in 2017 um stolze 1 147 900 Euro auf nunmehr 2 362 000 Euro erhöht. Die Erhöhung ist bedingt durch die Erschließung des Baugebiets "Knock", wodurch das Investitionsvolumen für die nächsten Jahre ausgeschöpft ist.
Um für die Zukunft weitere Kreditaufnahmen zu vermeiden, sind Investitionen auf die zu bewältigenden Pflichtaufgaben zu beschränken. Da in den kommenden Jahren auch Kanalsanierungen notwendig sein werden, sollten neben den Sondertilgungen, die durch die große Nachfrage nach Bauplätzen wohl möglich sein werden, auch Mittel in der allgemeinen Rücklage angespart werden und letztlich die Verschuldung drastisch zurückgeführt werden. Umgerechnet auf die 2048 Einwohner Reckendorfs beträgt die Verschuldung pro Einwohner zum 31. Dezember 1012,57 Euro.


Fehlende Mieteinnahmen

Ärgerlich sei auch die Tatsache, dass der alte Kindergarten zwar an die Awo, Kreisverband Bamberg, bereits im letzten Frühjahr vermietet wurde, aber mangels Flüchtlings-Belegung noch keine Zahlungseingänge zu verbuchen waren. Auf eine Veranschlagung von Mieteinahmen wurde deshalb auch für das laufende Jahr verzichtet. Für künftige Maßnahmen solle, so der Kämmerer, eine Prioritätenliste erarbeitet werden, damit die Gemeinde einen "Fahrplan" zur Abarbeitung ihrer Pflichtaufgaben hat. Für weitere Investitionen sei im Haushaltsjahr kein finanzieller Spielraum.
Trotz aller Einschränkungen wurde im Haushaltsplan 2017 festgestellt, dass die Finanzlage der Gemeinde Reckendorf noch zufriedenstellend und die finanzielle Leistungsfähigkeit bis zum Jahr 2020 in der mittelfristigen Finanzplanung nachgewiesen sei. So stimmte der Gemeinderat der Haushaltssatzung 2017 sowie dem Finanzplan 2016 bis 2020 einstimmig zu. Im Bedarfsfall kann zudem ein Kassenkredit in Höhe von 520 000 Euro aufgenommen werden.
Am nochmaligen Überdenken der Straßennamensgebung in Baugebiet "Knock" erhitzten sich die Gemüter im Gemeinderat. Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) schlug vor, anstelle des bereits in einer vorherigen Sitzung beschlossenen Evelis-Ring (nach einer Jahrzehnte lang tätigen Bezirkshebamme) angesichts der aktuellen Ereignisse das gute 30 Bauplätze große Baugebiet mit zwei Straßennamen mit dem kürzlich verstorbenen Reckendorfer Pfarrer Rudolf Kunkel und dem langjährigen Bürgermeister Horger zu benennen. Die Räte beschlossen schließlich mit denkbar knapper Mehrheit (8:7) zunächst, den ursprünglichen Beschluss (Evelis-Ring) aufzuheben. Keine Mehrheit fand der Antrag (7:8), zwei Straßennahmen einzuführen, ebenso knapp mit 8:7 war letztlich die Entscheidung, das gesamte Baugebiet nun "Pfarrer-Kunkel-Ring" zu benennen.
Schneller ging es bei der Festlegung des Standortes der zweiten Ladesäule für Elektromobile: Dies soll nun in der Haltebucht gegenüber einer Bäckerei in der Schlossgasse ihren Platz finden. "Brötchen holen" sei, so Deinlein, nun trotz des dann gültigen absoluten Halteverbotes möglich. Hier war die Mehrheit mit 11:4 deutlicher.
Einig war sich der Gemeinderat bei der Gewährung eines Zuschusses für den Männergesangverein Liederhort Reckendorf in Höhe von 150 Euro, mit 13:2 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Reckendorf zur Unterstützung der Jugendarbeit ein Zuschuss von 400 Euro gewährt. Positiv bewertet wurde die Ankündigung von Christian Zweig (SPD), dass der Caritas-Förderverein für Kinder und Jugendliche den Kinderspielplatz am alten Kindergarten mit 40 000 Euro auf Vordermann bringen wird, ein niedriger fünfstelliger Betrag soll in den Kinderspielplatz bei der Feuerwehr fließen.