Bad Kissingen — Immer häufiger brauchen Beschäftigte in Hotels, Restaurants und Backbetrieben Hilfe bei Streitigkeiten mit dem Chef. Das geht aus der aktuellen Rechtsschutzbilanz der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Unterfranken hervor.
"Im vergangenen Jahr sind wir in der Region in insgesamt 180 Fällen aktiv geworden, weil Arbeitgeber gegen Mitarbeiterrechte oder Arbeitsverträge verstoßen haben. Dabei ging es hauptsächlich um längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, nicht gezahltes Urlaubsgeld und unberechtigte Kündigungen. Außerdem sind Beschäftigte mehrfach ohne Grund abgemahnt worden oder ihnen wurde der Tariflohn verwehrt", sagt Ibo Ocak, der Geschäftsführer der NGG Unterfranken. Vor Gericht seien insgesamt rund 133 000 Euro erstritten worden.
"Auch im Kreis Bad Kissin gen hatten wir es im letzten Jahr immer wieder mit Lohndumping und Arbeitgeberwillkür zu tun", sagt Ocak.
Nach seinen Beobachtungen ist bei Streitigkeiten im Betrieb der Druck auf Beschäftigte oft enorm hoch. red