Etzelskirchen — Nicht sonderlich sanft wurden die Bewohner rund um Etzelskirchen am Karfreitag geweckt. Denn statt Glockengeläut ertönte morgens um sechs Uhr der Klang von Ratschen, mit denen die Ministranten der Pfarrei St. Jakobus an den Kartagen durch die Straßen Etzelskirchens und der Ortsteile Saltendorf und Bösenbechhofen zogen.


Von Haus zu Haus

Sie pflegen damit eine alte Tradition der katholischen Kirche. Denn nach dem Abendmahl am Gründonnerstag schweigen die Kirchenglocken zum Ausdruck der Trauer über die Kartage bis zur Osternacht. Der Überlieferung zufolge heißt es, die Glocken flögen nach Rom, um dort geweiht zu werden. In dieser Zeit übernehmen die Ratschen deren Rolle und werden morgens, mittags und abends zum Angelusgebet und zu den Gottesdienstzeiten gespielt.
In diesem Jahr waren es acht Ministranten, die mit ihren hölzernen Instrumenten, die häufig schon mehrere Generationen überdauert haben, von Haus zu Haus zogen. Die Leitung übernahmen dabei die Oberministranten Michael Geyer und Stefan Böttinger.
Nachdem sie ihren Spruch "Leut drocht euer Eier zam, roda, gelba, allerahand, gebt sie uns glei alla zam!" aufgesagt hatten, wanderten nicht nur Eier, sondern auch Süßigkeiten und Spenden für die Ministrantenkasse in die Körbe.