Als Sabine Weber von einer Freundin aufgefordert wurde, am Nürnberger Ladies Run teilzunehmen, zögerte sie keine Sekunde. "Ich habe ja angefangen, ein bisschen zu laufen", sagt die 29-Jährige. Und von daher war das eine Herausforderung. Am Weisendorfer Hochstraßenlauf hat die Mitarbeiterin der Herzogenauracher Stadtverwaltung schon teilgenommen, gleichsam im kleineren Rahmen vor der Haustür. Weshab also nicht jetzt vor größerem Publikum?
Dass beim Nürnberger Event, der alle Jahre von der Deutschen Post ausgetragen wird, vor allem der Spaß wichtig ist, tat ein übriges. Ihre Freundin sagte dann zwar ab, aber mit Katja Heil sprang eine Kollegin aus dem Rathaus in die Bresche. Und schon war für die beiden das Event gebongt.
Die Herzogenauracherinnen wählten die Zehn-Kilometer-Strecke. Zwei- oder dreimal die Woche, so sagt Weber, laufe sie inzwischen schon. Also sollten die zehn Kilometer kein Problem sein. Ihre Kollegin sah das ähnlich. Für Katja Heil, die Sport-Koordinatorin der Stadt Herzogenaurach, war es nach einer längeren Pause der erste Start. Da bot sich die eher lockere Veranstaltung geradezu an.
Darauf verweisen übrigens auch die Organisatoren. "Der gemeinsame Spaß steht mehr im Vordergrund als der reine Leistungsgedanke", heißt es in einer Pressemitteilung. Ob die Teilnehmerinnen also mit oder ohne Zeitmessung laufen, blieb jeder Frau selbst überlassen. Man setzt stattdessen auf ein "mitreißendes Gemeinschaftsgefühl vor städtischer Kulisse und ausgelassene Stimmung".
Die Rechnung scheint aufzugehen. Denn mit 1340 Anmeldungen gab es einen neuen Rekord.
Eine der Starterinnen, die zum ersten Mal dabei waren, war Veronika, die mit ihrer Mädels-Clique extra angereist war: "Ich bin schon ein paar Mal alleine für mich laufen, aber ich hätte mich nie getraut, bei einem Wettkampf dabei zu sein", erzählte die 24-jährige Münchnerin im Gespräch mit den Organisatoren. Aber dann hätten ihre Freundinnen von dem Lauf berichtet. Und schon war sie dabei. So wie eben auch Sabine Weber und Katja Heil von der Stadt Herzogenaurach.
Darüber freute sich der Pressemeldung zufolge auch die Botschafterin des "Deutsche Post Ladies Run", Lucy Diakovska. "Wir möchten möglichst viele Frauen für den Laufsport begeistern", erzählte die frühere No-Angels-Sängerin.
Als schnellste im Ziel war auf den zehn Kilometern Marianne Odörfer vom FC Deutsche Post mit 42 Minuten. Sabine Weber schaffte es in 58 Minuten und 25 Sekunden. "Ich bin sehr zufrieden damit", sagt die 29-Jährige, die ja quasi ein Neuling ist. Sie schaffte damit unter 214 Teilnehmerinnen auf ihrer Strecke Platz 60. Immerhin.
Herzogenaurach war übrigens auch unter den Besten vertreten. Zweite wurde nämlich Becky Gough vom Team Adidas. bp