Das Schulzentrum Haßfurt ist gerüstet für jegliche künftige Form des Gymnasiums. Außer es käme die Parallelform von G8 und G9 nebeneinander. Diese Information von Gymnasial-Rektor Max Bauer gab Landrat Wilhelm Schneider (CSU) gestern den Verbandsräten im Zweckverband Schulzentrum weiter. Aus dem "Bericht zur Situation G8/G9" auf der Tagesordnung wurde allerdings nur ein Zwischenbericht.


Mehrere Alternativen

Die Entscheidung werde wohl zwischen dem G8 mit Mittelstufe plus, vom Landrat als "gestrecktes G8" bezeichnet, und der Rückkehr zum G9 fallen. Ein paralleles Angebot werde im ländlichen Raum nicht praktikabel sein. "Das Kultusministerium müsste demnächst Farbe bekennen, weil das Angebot den Eltern ja eigentlich für das kommende Schuljahr gemacht werden soll", mahnte Schneider in Richtung München.
Gisela Schott, Leiterin der Grundschule, ergänzte, sie habe kurz vor der Sitzung im Rundfunk gehört, dass die Entscheidung vertagt sei. Damit käme eine Änderung heuer nicht mehr zum Tragen.
Räumlich ist das Regiomontanus-Gymnasium nach der Generalsanierung jedenfalls für fast jede Eventualität gerüstet. Im Oktober vergangenen Jahres konnte auch der Verwaltungstrakt des Gymnasiums bezogen werden. Vom Baufortschritt seitdem berichtete Carolin Auinger. Jetzt laufen die Arbeiten für die Realschule. Bereits im Sommer begannen die ersten Abbrucharbeiten, die jetzt abgeschlossen sind, so dass der Rohbau beginnen kann.
Schweres Gerät war aufgeboten worden, um die überstehenden Bauteile der ehemaligen Schulverwaltung abzubrechen, so dass das Schulzentrum künftig aus drei gleichen Kuben besteht. Horst Hofmann, der Geschäftsführer des Zweckverbandes, fragte nach dem Zeitplan, der zwischenzeitlich etwas gewackelt hatte. Mittlerweile sei man aber wieder im Plan, erklärte Carolin Auinger. Sie geht derzeit davon aus, dass wie geplant die Realschule im Frühjahr 2018 fertig ist, dann wird die Schulstraße saniert und bis Herbst 2018 sollte auch der alte Naturwissenschaftstrakt abgebrochen sein, der derzeit noch als Raumreserve dient. Im nichtöffentlichen Teil der Zweckverbandssitzung wurden die Gewerke für die Rohbauarbeiten vergeben.


Ganztagsangebote

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich die Ganztagsangebote auch am Schulzentrum in Haßfurt. Die Zweckverbandsversammlung hatte als Sachaufwandsträger über die Kostenbeteiligung beim gebundenen Ganztag zu entscheiden. Horst Hofmann erläuterte, dass die Schulen pro Ganztagsklasse 6500 Euro für externe Kräfte erhalten, 5500 Euro davon kommen vom Sachaufwandsträger.
Im kommenden Schuljahr werden an der Albrecht-Dürer-Mittelschule voraussichtlich fünf, an der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule zwei und am Regiomontanus-Gymnasium drei Ganztagsklassen gebildet, was eine Kostenbeteiligung des Zweckverbandes von 55 000 Euro bedeutet. Dem stimmte die Versammlung zu.
Hofmann informierte, dass dazu voraussichtlich wieder neun Gruppen in der offenen Ganztagsschule kommen, die von den Kirchen unter dem Titel
"Living Room" getragen werden. Insgesamt werden voraussichtlich am Schulzentrum 380 bis 400 Schüler ein Ganztagsangebot nutzen, das vom Sachaufwand her 104 000 Euro kostet.
Der größere Kostenfaktor ist allerdings die Versorgung, mit der sich die Verbandsversammlung ausführlicher in der April-Sitzung beschäftigen müsse, wie Horst Hofmann ankündigte.