Ebersdorf bei Coburg — Im Jahre 1260 gründeten ein gewisser Heinrich von Sonneberg und seine Ehefrau Kunigunde in der Nähe des Dorfes Ebersdorf ein Zisterzienserinnenkloster, das sie nach ihrem Familiennamen Sonnefeld nannten. Das Kloster, das nach einem Brand Ende des 13. Jahrhunderts in den Nachbarort Hofstädten verlegt wurde, gibt heute der Gemeinde den Namen und überragt mit den erhaltenen Gebäuden - faktisch als "Dom im Dorf" - alle Dächer. Dabei sind die Gründer und deren Familie ein ziemliches Fragezeichen oder vielmehr noch von zahlreichen Irrtümern flankiert.
Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein stellt im Rahmen der Vortragsreihe des Colloquium Historicum Wirsbergense am heutigen Freitag, 20. März, 19.30 Uhr in der Gastwirtschaft "Zum goldenen Löwen", Thüringer Straße 2 in Sonnefeld die spannende Geschichte der Herren von Sonnefeld vor. Oberflächliche Geschichtsforscher lokalisieren die Gründung aus dem Jahr 1260 am späteren Klosterstandort und die Grabplatten von Angehörigen der Familie von Schaumberg in der Klosterkirche wurden lange Zeit in der Heimatkunde als Grabplatten der Klostergründer gehandelt. Über die Herren von Sonneberg, die sich zwischen 1207 und 1310 in einer stattlichen Zahl von 106 Urkunden nachweisen lassen, wird jenseits der Historikerzunft kaum ein Wort verloren. Dabei gehörten die von Sonneberg zwischen Obermain und Thüringer Schiefergebirge unter dem niederen Adel gewissermaßen zu den "Platzhirschen". Innerhalb des Dienstadels der Herzöge von Meranien und der Bischöfe von Bamberg stellten die Sonneberger die oberste Schicht, errichteten eine eigene Burg und schickten einen der Söhne ins damals recht exklusive Domkapitel nach Bamberg. red