Zur Diskussion um den Ausbau der Staatsstraße 2182 bei Fölschnitz wird uns geschrieben: Um es gleich vorwegzusagen: Den geplanten Ausbau der Staatsstraße halte ich für unverantwortbar! Das gilt für den Teilausbau über die 160 Meter mit einer Gesamtbreite von 8,5 Metern (bisher sind es nur fünf Meter), genauso wie für den in einigen Jahren dann zwangsläufig folgenden noch größeren Vollausbau. Mit jedem Ausbau einer Straße wird das Gegenteil dessen erreicht, was von den Initiatoren angestrebt wird.

Verbreiterungen und Begradigungen werden niemals die Gefährlichkeit einer Straße reduzieren. Es wird noch schneller gefahren. Unfälle werden häufiger und die Unfallfolgen besonders mit Gegenverkehr dramatischer enden.

Hier gibt es nur eine "neuralgische" Engstelle, die beseitigt werden sollte. Das ist die vom Straßenbauamt vor einigen Jahren grundlos aufgestellte 40 Meter lange Betonwand. Die Kurven hingegen sind keine Engstellen. Sie sind - wenn man vernünftig fährt - auch nicht gefährlich. Im Gegenteil: Sie verhindern, dass noch schneller gefahren wird und machen die Straße damit sogar sicherer.

Der Ausbau ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich ehrlich für den Erhalt unserer eh schon so geschundenen Umwelt und den Erhalt unserer Heimat einsetzen. Die Bürgermeisterin und fast alle Gemeinderäte kommen doch selbst aus der Landwirtschaft. Für sie müsste die Bewahrung der Natur, allein berufsbedingt, einen hohen Stellenwert haben. Dieser wurde sogar öffentlich bekundet - aber das war vor der Wahl. Ich kann nur hoffen, dass das Gedächtnis der Wähler länger anhalten wird.

Der Ausbau ist auch ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich schriftlich gegen den Teilausbau der 160-Meter-Strecke und für (nur) die Entfernung der Betonwand und die Anlegung einer kleinen Ausweichstelle ausgesprochen haben. Ich gehöre auch dazu. Kaum einer im Gemeinderat hat unsere Vorschläge und Nöte ernst genommen. Unser Antrag wurde noch nicht einmal vor der Abstimmung im Oktober behandelt.

Was ist das für ein Demokratieverständnis? Was ist mit dem vor der Wahl abgegebenen Versprechen, Bürger in Entscheidungsprozesse rechtzeitig einzubeziehen?

Die ganze Angelegenheit wurde im Voraus im stillen Kämmerlein in geheimer Runde ausgeheckt! So klingt es geradezu wie ein Hohn, wenn nun die Bürgermeisterin gegenüber der Bayerischen Rundschau äußert: "Ich nehme die Bedenken der Bürger ernst und möchte transparent handeln." Nein, das tun sie und der Gemeinderat gerade nicht.

Es bleibt nur noch die Hoffnung, dass der Gemeinderat seinen Beschluss revidiert, bevor es zu spät ist, bevor im Dezember die Kettensägen anrücken. Die wenigen Sekunden Fahrzeit-Ersparnis wiegen die vielen mit dem Ausbau verbundenen Nachteile nicht im Entferntesten auf: Mehr und schwerere Unfälle, Zerstörung eines wertvollen Landschaftsraums und eines schönen Straßenbildes, Vernichtung wertvoller Bäume ... Verschandelung unserer Heimat - kein rühmenswertes Vermächtnis an unsere Kinder.

Gerhard Mausch

Fölschnitz