Der Gemeinderat Steinbach am Wald befasste sich in seiner Sitzung vom Dienstagabend mit einer Reihe von Bauanträgen. "Wir haben derzeit eine starke Bautätigkeit in der Gemeinde", freute sich Bürgermeister Thomas Löffler (CSU).
Mit Antrag vom 7. Juli beantragte Wiegand-Glas das Einvernehmen des Gemeinderats zur Vergrößerung der Scherbenlagermenge auf den Scherbenlagerplätzen 1 bis 5 und 7. Dies soll durch Erhöhung der Haldenhöhe von 6 m auf 9,4 m erfolgen. In der Sitzung vom 8. August wurde dem Antrag zur wesentlichen Änderung der Glasrecyclinganlage bezüglich der baulichen Maßnahmen zugestimmt - abgesehen von der Schütthöhe für die Scherbenplätze. Die Entscheidung darüber war auf die jüngste Sitzung vertagt worden. Damit wollte man insbesondere Anwohnern die Möglichkeit geben, ihre Anliegen bei der Firma beziehungsweise der Gemeinde vorzubringen.


Abwurfhöhe von 9,4 Metern

Bereits in der August-Sitzung hatten Uwe Eichhorn und Aaron Sieber von der Firma Wiegand Glas den Sachverhalt dargestellt. Demzufolge wurde zur Befüllung der Lagerplätze ein mobiles Haldenförderband mit einer Abwurfhöhe von 9,4 m angeschafft, weswegen auch die entsprechende Erhöhung der Haldenhöhe erfolgen soll. Durch das Haldenförderband findet künftig kein Radladerverkehr mehr auf den Scherbenhalden statt. Somit entfallen die durch diese Fahrbewegungen bedingten Lärmemissionen. Die Scherben werden vom Radlader in den Vorratstrichter des Haldenförderbandes abgeworfen und danach von diesem auf die Scherbenhalde transportiert. Dabei wird auf eine geringstmögliche Abwurfhöhe geachtet. Bei den Scherbenlagerplätzen erfolgt künftig während der Nachtzeit kein Radladerverkehr mehr.
Laut Bürgermeister Thomas Löffler habe seitdem lediglich ein Anwohner das Gespräch mit Wiegand Glas gesucht. Dieses sei sehr positiv verlaufen. Leider habe es in der Nacht von Montag auf Dienstag aber wieder sehr laut gerumpelt. Eichhorn bestätigte, dass eine Begehung mit dem Anwohner erfolgt sei. Dabei habe man auch aufgezeigt, dass man sich bereits in den letzen eineinhalb Jahren mit dem Schall- und Lärmschutz beschäftigt habe. Gutachten von verschiedenen Akustik-Ingenieuren belegten, dass die effektivste Lärmminderung das Anbringen einer zusätzlichen - den Lärmschutz verstärkenden - Verkleidung an der Betonwand sei. Es handele sich dabei um das gleiche Prinzip, wie man es von Autobahnen her kenne. Der Lärm zu nächtlicher Stunde habe nichts mit Betriebsabläufen zu tun gehabt, sondern mit einer derzeitigen Baustelle am Unternehmen.


Nachbesserungen angekündigt

"Das Thema bewegt die Anwohner schon seit Jahren. Es ist wichtig, das jetzt in den Griff zu bekommen", forderte Andreas Fehn (CSU). Dem schlossen sich 3. Bürgermeister Klaus Neubauer (SPD) und FW-Fraktionsvorsitzender Josef Herrmann an. Man werde sich dem Antrag nicht verschließen - unter der Voraussetzung, dass die angekündigten Lärmschutz-Nachbesserungen erfolgten und die immissionsrechtlichen Vorschriften zum Schutz der Nachbarschaft eingehalten werden. Eine Gegenstimme kam von Uwe Zipfel (FW). Einstimmig grünes Licht gab es für die Bauanträge der Firma zur Verlagerung einer Brücke vom Gemengehaus 2 zur Wanne 5 und zum Neubau eines Notkamins für die Wanne 5 am Gutvorwärmer.
Das gemeindliche Einvernehmen gab es auch für die (privaten) Anträge auf Neubau eines Carports in der Gartenstraße im Geltungsbereich des Bebauungsplanes "Oberes Dorf" sowie zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage im Geltungsbereich "An der Wasserscheide". Dabei ging es beide Male insbesondere um die notwendige Befreiung vom Bebauungsplan. "Die Leute sollen bauen, wie sie das wollen. Eine Gängelung ist nicht in meinem Sinne", sprach sich Klaus Neubauer (SPD) für eine allgemein großzügige Vorgehensweise bei solchen Anträgen aus.