von unserem Mitarbeiter Werner Reissaus

Kauerndorf/Feuln — Die oberfränkischen SPD-Landtagsabgeordneten haben sich bei regnerischem Wetter auf den Sattel geschwungen, Radwege auf den Prüfstand gestellt und eine Vision verkündet: Oberfranken soll die Radfahrregion Nummer eins in Bayern werden.
Das machten Inge Aures (Kulmbach-Wunsiedel), Susann Biedefeld (Coburg), Christoph Rabenstein (Bayreuth) und Klaus Adelt (Hof) beim Pressegespräch im Landhaus Sahrhof im Trebgaster Ortsteil Feuln deutlich. Die Abgeordneten waren zuvor mit dem Rad in Kauerndorf zu einer gemeinsamen Fahrt entlang des "Weißen Mains" bis Feuln aufgebrochen.
Landtagsvizepräsidentin Inge Aures dankte im Sahrhof Jürgen Tesarczyk vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, der sie und ihre Parteifreunde bei der Vorbereitung des gemeinsam erarbeiteten Radwege-Konzeptes unterstützt hatte.

Trebgaster Wünsche

"Wir würden in Trebgast, was das Thema Radweg angeht, auch gerne besser erschlossen werden", sagte bei dem Treffen zweiter Bürgermeister Albert Kolb, der auf die Bedeutung einer Verbindung über Lindau nach Leuchau sowie Richtung Neuenmarkt einging. Für Trebgast wäre auch der Weißmain-Radweg zwischen Kauerndorf und Trebgast wünschenswert.
Radwege haben nach den Worten der Sprecherin der oberfränkischen Abgeordneten, MdL Susann Biedefeld, nicht nur eine Bedeutung für den Tourismus und den Sport, sondern auch für Schüler sowie berufstätige Pendler: "Insbesondere in Städten ist das Rad auf dem besten Weg, das beliebteste Verkehrsmittel zu werden." Biedefeld sieht Optimierungsbedarf. Radfahren müsse massentauglicher, hindernisärmer, schneller und zugleich sicherer gemacht werden.
Die SPD fordere eine bessere Sanierung und einen schnelleren Ausbau von Radwegen. Auch die Radwege-Benutzungspflicht sollte überprüft werden, "um Radfahrer mit unterschiedlichem Tempo nicht unnötig zu behindern". Grundsätzlich unterstütze ihre Fraktion das Programm zum nachträglichen Anbau von Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen in Bayern.

Fast zehn Millionen Euro

Für den Radwegebau in den Jahren 2015 bis 2019 entfielen in Oberfranken für Wege an Bundesstraßen 9,695 Millionen Euro, für Wege entlang von Staatsstraßen acht Millionen Euro."In Anbetracht der Herstellungskosten von Radwegen ist das längst nicht ausreichend." Im genannten Zeitraum sollen rund 580 Kilometer Radwege in Bayern gebaut werden. Auch in Oberfranken warten laut Biedefeld viele Projekte auf die Realisierung. Die vier Abgeordneten sprechen sich auch für einen Radweg-Lückenschluss in Kulmbach, für bauliche Maßnahmen zwischen Altenplos und an der Kreuzung Hornungsreuth-Neudrossenfeld sowie an einigen Ortsdurchfahrten zwischen Kulmbach und Burgkunstadt aus. Verbesserungsbedarf sehen sie an der B 289 bei Ludwigschorgast, an der B 303 zwischen Wirsberg und dem Beginn des bestehenden Radwegs Richtung Himmelkron, an der B 303 zwischen Stadtsteinach und Oberzaubach sowie auf den Staatsstraßen bei Kauerndorf-Trebgast, Kulmbach/Melkendorf, Krumme Fohre/Thurnau und Welschenkahl.
In der Diskussion wurden von Heike Schwees und Manfred Motschenbacher die Probleme für die Radfahrer im Stadtgebiet Kulmbach aufgezeigt. MdL Klaus Adelt bedauerte in seinem Schlusswort, dass die Radfahrer immer noch eine zu kleine Lobby haben, "denn das Fahrrad ist längst zum allgemeinen Fortbewegungsmittel geworden".