Er hat sich viel Mühe gegeben mit seinem Liederabend, ihn mit netten Sketchen aufgelockert und das Ganze in eine Hommage an treue Sänger eingebunden. Der Gesangverein "Liederhort" Ludwigschorgast krönte mit dem Gesangverein Rothwind-Fassoldshof drei kurzweilige Stunden.

Dass Liedgut auf dem flachen Land nicht mehr so leicht vermittelbar ist, spüren die Chöre. Trotzdem lassen sie sich nicht unterkriegen, was der Liederabend eindrucksvoll unter Beweis stellte. Wenn auch nicht alles Gold war, was glänzte, konnten doch beide Vereine sängerisches Potenzial vorweisen, zwar zuweilen in zu fränkischer Zurückhaltung, jedoch stets mit offenem Herzen und spürbarer Lust am Singen. Besonders gelungen im Vortrag der heimischen Sängerschar der Schlusspart in Musical-Auszügen von Andrew Lloyd Webber. Ebenso hörenswert die Weinlieder in befreiender Wirkung. Überhaupt steigerten sich die Gastgeber mit zunehmender Dauer, kreierten die Lieder jetzt mit einer ganz persönlichen Note. Es war wie das Aufjubeln nach einer anfänglichen Durststrecke. Man wollte als Zuhörer am liebsten mitwippen.

Die Ludwigschorgaster haben den Beweis erbracht, dass Singen in der Gemeinde einen hohen Stellenwert hat. In die Dualität woben sich elegant die Rothwinder ein, auch erst mit Anlaufschwierigkeiten, dann aber in feiner Homogenität. Bestes Beispiel das "Va pensiero" aus Verdis "Nabucco" - schön ausgewogen, klar artikuliert, in wundervoller Harmonie und gediegener Würde. Erwähnenswert auch das gemeinsam intonierte Lied "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein", stimmenversetzt, kraftvoll und frisch und frei wie eben Franken sind. Und der Song "Weit, weit, weg ..." von Hubert von Goisern drang tief in die Seele der Zuhörer ein.

Alexander Thern, der Dirigent beider Chöre, hat die Fähigkeit, Loses zu einen und den ihm anvertrauten Stimmen Kontur zu geben. Er ist für jeden Gesangverein ein Gewinn.

Motto: "Gesang und Spaß"

Das Motto des Abends "Gesang und Spaß" füllte mehrere Sketche, herrlich interpretiert von Aktiven aus dem heimischen Chor. Ganz köstlich die Jungfernwallfahrt nach Marienweiher, vorzüglich im Dialekt von Marlene Groß und Gudrun Kunzelmann parodiert.

Die Singgemeinschft begleitete das in geistlicher Sensibilität, fast wie ein Kirchenchor. Schmückendes Beiwerk am Klavier lieferte Armin Schwieder. Wer den Liederabend besuchte, hatte eine gute Wahl getroffen.