Dennis Josef Meseg redet nicht lange um den heißen Brei: "Es gibt wenige rote Fäden, die sich so zerreißfest durch die gesamte Menschheitsgeschichte ziehen wie die physische und psychische Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Kein Krieg, dessen Sieger nicht die Frauen der Verlierer verschleppt, vergewaltigt und ermordet hätten. Keine Religion, die Frauen nicht als Wurzel allen Übels einstuft oder zumindest als dem Manne unterlegen. Kein Gesetz, das die Gleichstellung der Frauen in allen Lebensbereichen, ohne Wenn und Aber, befiehlt." Und so will der Künstler aus Nordrhein-Westfalen mit seiner Installation "Broken" eine Botschaft transportieren - ein Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen.

Abwechselnd präsentiert Meseg sein Werk an mehreren Orten in Deutschland. Am kommenden Sonntag, 6. Dezember, wird "Broken" von 10 bis 18 Uhr am Maxplatz in Bamberg die Blicke auf sich ziehen.

Der Künstler berichtet: "Schaufensterpuppen und oranges Flatterband. Eine Kombination dreier Symbole, denen einzeln betrachtet eine vertraute, klare Deutung zukommt. Flatterband zum Beispiel ist ein Zeichen für Abgrenzung, im positiven Sinne als Schutz vor Gefahren, aber auch als Hindernis auf dem Weg zueinander. Und Puppe oder Püppchen - wie oft hat man diese Bezeichnungen nicht schon gehört? Doch was nach einem Kosewort klingt, zeugt in Wahrheit von Geringschätzung: Frauen werden auf ihr Äußeres reduziert, auf ein Spielzeug ohne Verstand. Oft auch noch zwangsweise verhüllt oder anderweitig versteckt wie ein eifersüchtig bewachtes Stück Eigentum."

Orange wiederum sei die Farbe der Freiheit, der Freude und Geborgenheit, der emotionalen Wärme. Deshalb hat die alljährlich von UN Women durchgeführte Kampagne "Orange the World" eben diese Farbe für ihren Feldzug gegen das Leid der Frauen erwählt. "Broken" ist laut Dennis Josef Meseg als Aufruf zu verstehen, die Gewalt gegen Frauen endlich zu beenden - als "Beitrag zu einer besseren Welt, basierend auf Liebe, Herzblut und Geduld". red