Kreis Kronach — Der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner (CSU) kennt die Probleme junger Lehrer genau, die durch eine Versetzung um Hunderte Kilometer von der Heimat weg entstehen. Er und seine oberfränkischen Kollegen seien auch damit befasst, hier eine Verbesserung zu erreichen und damit zugleich eine Senkung des relativ hohen Altersdurchschnitts der Lehrerschaft im Bezirk zu erzielen. Doch hier könne man nichts übers Knie brechen. "So etwas lässt sich nicht innerhalb eines Jahres ändern. Das ist ein Prozess", bittet er um Geduld.
Und die Rahmenbedingungen sorgen nicht dafür, dass eine solche Veränderung beschleunigt wird. "Wir müssen die Lehrer dort einsetzen, wo wir sie brauchen", weiß Baumgärtner um die Zwänge bei der Stellenbesetzung. Und gebraucht werden sie nun mal mehr im Süden Bayerns als im Norden.

Ausnahmefälle

Der Abgeordnete hebt jedoch hervor, dass in einigen wenigen begründeten Ausnahmefällen durchaus Sonderregelungen ergriffen werden könnten, um zumindest eine zeitnahe Rückversetzung in die Heimat zu ermöglichen. Das beziehe besondere familiäre Umstände ein, jedoch beispielsweise auch ein "wirklich herausragendes" Engagement in der Region.
Wäre es für den Abgeordneten eine Option, durch die Abschaffung des Beamtenstatus für mehr Bewegung auf dem Lehrer-Arbeitsmarkt zu sorgen? So könnten die Schulen ihre Lehrkräfte gezielt auswählen, und die Lehrer könnten sich direkt auf eine Stelle an ihrer Wunsch-Schule bewerben. In Thüringen und Sachsen wird beispielsweise auf eine Verbeamtung von Lehrern verzichtet.
Für Baumgärtner ist dieser Weg nicht der richtige. "Das ist einfach meine Meinung. Die kann man teilen oder auch nicht", räumt er ein. Er bekenne sich ganz klar zum Beamtentum der Lehrerinnen und Lehrer. "Angestellte in Fragen der Schule sollten meines Erachtens eher die Ausnahme bleiben." mrm