Zum Leserbrief der Theresia Dötzer aus Gosberg "Respektvolles Miteinander und ein gemeinsames Ziel" vom 23. Februar:

In ein fremdes Kloster tritt man nicht mit seinen Regeln ein. Und auch den Friedensgruß gibt man nicht mit eigenen Vorstellungen von Frieden und Miteinander. Das Holzkreuz aus der Beckengasse wirft die grundsätzliche Frage auf, wie die Gosberger Kirche mit einem Vermächtnis umgeht.
Die Nutzung des kircheneigenen Grundstücks in der Beckengasse war bis zuletzt laut Auskunft des Pfarrers völlig ungeklärt. Die Gosberger Kirchengemeinde muss aber aufpassen, was mit diesem innerörtlichen Bauland geschieht, wenn schon des Kreuzes wegen ein Aufschrei inszeniert wurde. Eine offene und öffentliche Diskussion über das Testament der Frau Eismann (die das Anwesen in der Beckengasse der Gosberger Kirche geschenkt hat) muss geführt werden, bevor Fakten geschaffen werden. So sieht eine lebendige Gemeinde aus. Bei solchen Themen dürfen wir Pfarrer mit Kirchenrat und Gemeinderat nicht allein lassen.
Das Kreuz ist seit fünf Jahren restauriert. Ein provisorischer Platz auf dem Kirchengrundstück ist besser und frommer als weitere jahrelange Lagerung.
Zur Dorferneuerung in Gosberg: Frau Dötzer ist davon leider nicht betroffen (NB: ich übrigens auch nicht). Anderen Bürgern aber stehen Zahlungen von 30 000 Euro (nach heutigem Stand) bevor. Da müssen Fragen überzeugend beantwortet werden, was mit diesem Geld alles mitfinanziert werden soll, und wo gespart werden kann. Der Aufruf an die Gosberger Bürger zum Abwarten ist völlig daneben. Teilnahme und Kontrolle, nicht bloßes Vertrauen in die gewählten Vertreter ist Ausdruck einer erwachsenen demokratischen Gemeinschaft.
Was versteht Frau Dötzer unter einem "gemeinsamen Ziel"? Wer "stiftet Unfrieden, wiegelt auf, setzt unter Druck"? Woher nimmt sie diese Verzerrungen? Was bedeutet das "wir", wenn sie sagt: "Geben wir uns die Hand"? Der Leserbrief der Frau Dötzer war offensichtlich eine Auftragsgemeinschaftsarbeit, was sie aber nur halb entschuldigt. Den Respekt bleibe ich ihr bis auf weiteres schuldig.

Alfons Eger
Gosberg