In diesem Jahr feierte die Christuskirche in Weismain ihr 60-jähriges Bestehen. Grund des Kirchenbaus war, dass nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Flüchtlingsstrom die Zahl der Protestanten in der Jurastadt stark anwuchs. Nachdem der Betsaal im Jahr 1946 zu klein geworden war, stellte die katholische Pfarrgemeinde den evangelischen Mitchristen ihre Kreuzkapelle für Gottesdienste zur Verfügung. Damit war ein Grundstein für die Ökumene gelegt, die bis heute Früchte trägt.

Seit 1960 hat die zur Pfarrei Buchau und damit zum Dekanat Thurnau gehörende evangelische Kirchengemeinde Weismain ein eigenes Gotteshaus. Nach der Grundsteinlegung am 6. Juni 1959 durch Dekan Georg Weidt aus Thurnau konnte bereits am 17. Oktober Richtfest gefeiert werden, ehe am 11. September 1960 Oberkirchenrat Karl Burkert die Einweihung der Christuskirche vornahm.

Schon der Umfang der Kirche zeigt, dass diese in kleinen Dimensionen gebaut wurde. Und nach dem Bau war kaum Geld da, um weitere größere Investitionen zu tätigen. Dies galt auch für die Anschaffung einer Orgel. Nach den ersten sieben Jahren der evangelischen Kirchengemeinde wurde eine Notlösung gefunden, eine Orgel, die in ihrer Bauart eigentlich mehr an eine größere Heimorgel erinnert.

Notlösung hat ausgedient

Diese Notlösung hat bis vor drei bis vier Jahren ihre Dienste erfüllt. Doch inzwischen führt das hohe Alter des Instrumentes zu Schwierigkeiten bei Gottesdiensten. Organist Markus Karittke bestätigte dies: So fallen beim Spielen einzelne Register ganz plötzlich aus. Töne bleiben dann als "Heuler" hängen, manches Register schreit regelrecht, und die einzelnen Pfeifen sind kaum noch zu stimmen.

Ein Orgelsachverständiger der evangelischen Landeskirche und ein Orgelbauer haben die Orgel ebenfalls unter die Lupe genommen, und beide kommen zu dem gleichen Ergebnis: Eine Reparatur ist bei diesem Instrument aus dem Jahr 1967 nicht mehr sinnvoll. "Aus einem Spatzen kann man keine Nachtigall mehr machen", lautete ihre Aussage.

Doch was tun?", fragte sich Pfarrer Ulrich Jobst. Niemand könne sich vorstellen, dass die Orgelmusik in der Weismainer Christuskirche eines Tages verstummt: Taufen, Hochzeiten oder einen Festgottesdienst ohne Orgelmusik wolle wirklich niemand. Lösungen zu finden, sei jedoch nicht leicht gewesen, erklärte der Geistliche. Eine neu angefertigte Orgel würde wohl die 100 000-Euro-Grenze übersteigen. "So viel Geld hat unsere Kirchengemeinde leider nicht", führt der Pfarrer aus.

Förderkreis gebildet

Dennoch beschloss der Kirchenvorstand nach weiteren Stellungnahmen des Organisten und der Kirchengemeinde, das Projekt "neue Orgel" anzugehen. Sie soll zwei Manuale haben und mehr Register als die bestehende. Ein neues Instrument würde wesentlich zur Aufwertung der Gottesdienste beitragen, aber auch Möglichkeiten für Konzerte schaffen, die das Kulturleben in Weismain bereichern.

Nun kam die Idee auf, eine gute gebrauchte Orgel zu erwerben, deren Kosten bei geschätzten 35 000 Euro liegen würden. Aber auch dieser Betrag muss erst da sein, ehe man sich auf die Suche nach einem geeigneten Instrument machen kann. Deshalb hat sich ein Förderkreis "Orgel Christuskirche Weismain" gebildet, dem Organist Markus Karittke, Andreas Müller, Juliane Barthel und Pfarrer Ulrich Jobst angehören. Bisher sind durch Spenden und Rücklagen 12 600 Euro zusammengekommen. Deshalb bittet die evangelische Kirchengemeinde um Unterstützung für das Projekt, damit auch weiterhin eine Orgel in der Christuskirche erklingen kann.

Das Spendenkonto

Spenden können auf das Konto der evangelischen Kirchengemeinde Buchau-Weismain, VR-Bank Oberfranken Mitte, IBAN: DE 65 7719 0000 0004 7148 81, Verwendungszweck: Orgel Christuskirche, eingezahlt werden. Spendenquittungen werden ausgestelt. Ab einem Betrag von 500 Euro kann man sich auf der Spendertafel verewigen.

Wer noch weitere Informationen wünscht oder Fragen hat, kann sich an das Pfarramt Buchau in Mainleus, Telefon 09229/98074, E-Mail pfarramt.buchau@el wenden.

Am 3. Januar findet ab 10.15 Uhr ein Gottesdienst statt, bei dem alte Orgelmusik mit Klangbeispielen erklingen und zu Spenden aufgerufen wird.