Bamberg — Der Insolvenzverwalter der Bamberger "Prodi flex Gemeinnützige Arbeitsförderungs GmbH", Volker Böhm von Schultze & Braun, wirbt weiter intensiv für den Erhalt des Unternehmens. Wie es in einer Pressemitteilung seiner Kanzlei heißt, hat Böhm eine Vielzahl von möglichen Investoren persönlich angesprochen. Gleichzeitig machte er klar, dass die Zahl ernsthafter Interessenten aufgrund des besonderen caritativen Auftrags des Unternehmens begrenzt ist.
"Die caritative und soziale Ausrichtung von Prodiflex macht es schwierig, das Unternehmen aus eigener Kraft wirtschaftlich zu betreiben", sagt Böhm. "Das sehen natürlich auch die möglichen Investoren. Die Gründe dafür liegen nicht bei Prodiflex, sondern sind struktureller Natur." Böhm betonte, dennoch alles dafür zu tun, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

Zahlreiche Gespräche

Die Investorensuche konzentriert sich vor allem auf gemeinnützige Unternehmen und Institutionen, die selbst caritative Zwecke fördern. Böhm führt dazu Gespräche mit allen wichtigen Akteuren in der Region. "Entscheidend ist, dass ein möglicher Investor voll hinter dem sozialen Auftrag des Unternehmens steht und daran auch festhalten will", so der Insolvenzverwalter. "Nur dann hat das Unternehmen eine Zukunft."
Vor dem Hintergrund der schwierigen Investorensuche begrüßte Böhm den Besuch des SPD-Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz im Unternehmen. "Alles was dazu beiträgt, eine Lösung zu finden und Aufmerksamkeit erzeugt, ist hilfreich", sagte der Insolvenzverwalter. "Dazu gehört insbesondere auch die Unterstützung der Politik." Böhm hatte bereits zahlreiche Entscheider und Funktionsträger in der Region persönlich angeschrieben und diese um Unterstützung gebeten.
Prodiflex ist unter anderem auf dem Gebiet der Elektromontage für die Automobilindustrie tätig. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit rund 60 Mitarbeiter, rund drei Viertel davon psychisch kranke oder körperbehinderte Personen. Damit ermöglicht das Unternehmen Menschen Arbeit, die sonst kaum eine Chance auf eine geregelte Beschäftigung haben.
Das Unternehmen hatte am 6. Juni 2014 infolge akuter Liquiditätsprobleme Insolvenz angemeldet und wird seitdem von Insolvenzverwalter Böhm fortgeführt. red