Im Gegensatz zu den meisten Krebsarten werden Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) und Blutkrebs (Leukämie) als Systemerkrankungen definiert, die in der Regel den ganzen Körper und nicht nur ein einzelnes Organ befallen. Häufig sind die Lymphknoten, das Knochenmark oder auch die Milz befallen. Wurden die beiden Erkrankungen früher meist unspezifisch durch eine Chemo- und/oder Strahlentherapie behandelt, stehen den Hämatologen und Onkologen heute zielgerichtete Behandlungen wie die monoklonalen Antikörper zur Verfügung. Was hinter diesen Eiweißmolekülen steckt und wie sie gezielt gegen Tumoren eingesetzt werden, thematisiert Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor der Medizinischen Klinik 5 - Hämatologie und Internistische Onkologie des Universitätsklinikums Erlangen, in seiner Bürgervorlesung am Montag, 26. Oktober. Die Veranstaltung beginnt um 18.15 Uhr in einem Hörsaal im Ulmenweg 18 in Erlangen. Das teilt die Uni mit.

Antikörper sind Eiweißmoleküle und spielen in der Immunabwehr eine wichtige Rolle: Sie erkennen körperfremde sowie geschädigte körpereigene Zellen - und auch Tumorzellen. Daraufhin lösen die Antikörper eine direkte bzw. indirekte Abwehrreaktion gegen diese Zellen aus. Wer Freund und wer Feind ist, können Antikörper aber nur erkennen, wenn die bösartigen Zellen sich ausreichend von gesunden Zellen unterscheiden. Diese Erkennungsmerkmale heißen Antigene. Monoklonale Antikörper lassen sich heute mit neuen gentechnologischen Methoden herstellen und für die klinische Anwendung vorbereiten. Die Eiweiße binden sich dann an die ungewünschten Zielzellen und lösen so den Startschuss für eine weitergehende Immunreaktion aus. "Gerade bei systemischen Krebserkrankungen wie den Lymphomen und Leukämien ist eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern heute eine sehr wirksame Behandlungsmethode", erläutert Mackensen.

Anmeldung erforderlich

Was sind monoklonale Antikörper und wie töten sie die Krebszellen ab? Wann kann eine Krebserkrankung mit Antikörpern therapiert werden? Gehen die Antikörper präziser gegen die Tumorzellen vor als andere Behandlungsmethoden? Diese und weitere Fragen beantwortet Mackensen ausführlich in seiner Bürgervorlesung. Eine vorherige Anmeldung zur Präsenzveranstaltung ist aufgrund der Corona-Auflagen unter www.uker.de/bvl unbedingt erforderlich. Der Eintritt ist frei. Für alle, die den Termin nicht wahrnehmen können oder kein Einlassticket mehr bekommen, steht der Vortrag ab einer Woche nach der Veranstaltung an gleicher Stelle online zur Verfügung. red