Poxdorf — In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Gemeinderat ausführlich mit der Problematik des Hochwasserschutzes beschäftigt. Außerdem ging es um die Frage, wie die zentrale Festveranstaltung des Jubiläumsjahres 2015 im Oktober gestaltet werden soll.
Die Poxdorfer erinnern sich noch gut an die Nacht vom 21. auf den 22. Juli 2007: Damals war eine Sturzflut von 160 mm Regen in nur sechs Stunden auf den Ort herabgeprasselt (zum Vergleich: 90 mm in 24 Stunden gelten bereits als sehr hohe Niederschlagsmenge). Um gegen Katastrophen solcher Art nebst ihrer Folgeschäden besser abgesichert zu sein, hatte der Poxdorfer Gemeinderat im Herbst 2009 beschlossen, ein vom Institut für technisch-wissenschaftliche Hydrologie (ITWH) in Dresden erarbeitetes Konzept zum vorbeugenden Hochwasserschutz umzusetzen. Der damalige Beschluss war jedoch an die Voraussetzung geknüpft, dass die notwendigen Mittel im Haushalt vorhanden sein müssten und dass Effeltrich das Konzept ebenfalls umsetzen würde.

Große Preisunterschiede

Aus dieser Zusammenarbeit wurde jedoch nichts. Zudem war das Geld knapp, so dass der Gemeinderat sich erst im Jahre 2013 wieder der Frage des Hochwasserschutzes zuwandte: Er ließ Angebote von fünf Ingenieurbüros einholen, um alternative Schutzkonzepte samt Kosten vergleichen zu können. Vor allem zwei dieser Ingenieurbüros gingen auf die ortsspezifischen Poxdorfer Gegebenheiten (Regenrückhaltebecken, Kreuzbach, Ausbau des Schafweihergrabens, Beteiligung am Umfluter Binzenbach) ein, weshalb sie in die engere Wahl kamen. Dabei wurden große Unterschiede in der Preiskalkulation deutlich: Das Angebot des IB Kubens (Leipzig) beläuft sich auf rund 75 000 Euro; die Leistungsphasen 1 und 2 (Grundlagenermittlung und Vorplanung) sind bereits inbegriffen. Demgegenüber verlangt das IB Pongratz (Nürnberg) für eine Voruntersuchung und Maßnahmenvorschläge auf der Grundlage der örtlichen Situation und der Diskussion mit den Bürgern nur 1800 Euro.
Bürgermeister Paul Steins spricht sich für das Angebot des IB Pongratz aus. Er meinte: "In der Diskussions- oder Findungsphase, also vor der konkreten Vergabe von Ingenieurarbeiten, können wir noch eine ganze Menge lernen und uns deshalb für die besseren Alternativen entscheiden. Außerdem hat der Gemeinderat von Effel trich sich genau vor einer Woche ebenfalls für Pongratz entschieden, so dass es in Sachen Hochwasserschutz nun tatsächlich doch noch zu einer gemeindlichen Zusammenarbeit kommen kann."
Die 2. Bürgermeisterin Gisela Marquardt (SPD) pflichtete ihm bei: "Das Wasser in Poxdorf kommt aus Effeltrich. Eigentlich macht deshalb nur ein gemeinsames Schutzkonzept Sinn." Willi Schneider (FW) begrüßt gleichfalls die Möglichkeit der Zusammenarbeit, und Norbert Backer (CSU) zeigt sich erfreut darüber, dass in Sachen Hochwasserschutz nun endlich wieder etwas
vorangehe. Der Beschluss, das IB Pongratz zu beauftragen, erfolgte einstimmig.

Gemeinde richtet Fest aus

Danach kam Bürgermeister Paul Steins auf die für den 24. Oktober 2015 geplante zentrale Festveranstaltung des Poxdorfer Jubiläumsjahres zu sprechen. Einstimmig beschloss man, dass die Gemeinde das Fest ausrichten soll. Diesen Dank sei man den Poxdorfern schuldig für ihren Einsatz im Jubliläumsjahr. Um die Gestaltung des Festes soll sich ein Ausschuss unter Leitung von Gisela Marquardt kümmern. Thomas Heilmann, Monika Martin, Johannes Werner, Otto Werner und Felix Zwiener werden ihm angehören und Vorschläge ausarbeiten. ni