"Endlich jemand, der Einsatz zeigt", sagt Thorsten Vogt, Mediendirektor bei Brose Bamberg, und lacht. Kurz zuvor dröhnt ein lautes "Jaaaaaaaaaaa!" durch die Halle im Bamberger Stadtteil Gereuth. Fotograf Daniel Löb will Emotionen sehen. Und Neuzugang Dominic Lockhart liefert sie - zur allgemeinen Belustigung. Die Stimmung beim Media Day des Basketball-Bundesligisten ist gelöst. Statt sportlichem Können sind diesmal die Fähigkeiten vor der Kamera gefragt.

"Es macht Spaß und ist eine lustige Abwechslung", sagt Nationalspieler Christian Sengfelder über den etwas anderen Tag bei Brose Bamberg. Zwar stand am Vormittag noch eine Einheit an, danach dreht sich aber alles um die künftige Außendarstellung des Klubs. Im Trainingscenter Hauptsmoor in Strullendorf und in der "Baskidhall" in der Gereuth werden der Saison-Trailer, Fotos für Autogrammkarten, animierte Kurzvideos - sogenannte GIFs - für den Social-Media-Auftritt und vieles mehr aufgenommen.

Beim Dreh für den jährlichen Saison-Trailer, der bei Heimspielen gezeigt wird, wird den Basketball-Riesen sogar schauspielerisches Talent abverlangt. "Mir fällt es schwer, aus der Haut zu kommen, weil ich eher introvertiert bin", sagt Sengfelder, dem wohl eher kein zweites berufliches Standbein winkt. "Extrovertierten Spielern wie Gerry Blakes fällt es nicht so schwer."

Zwei Drehtage für kurzen Clip

Weil nach wie vor fraglich ist, ob Zuschauer bei Heimspielen zugelassen sind, wird der Trailer, der von einer Nürnberger Agentur produziert wird, auch auf den sozialen Kanälen des Vereins laufen. Zwei Drehtage sind dafür angesetzt, allein am ersten entstehen zwei bis drei Stunden Rohmaterial - für 60 bis 80 Sekunden, die der Trailer dauern werde. "Insgesamt sind wir bestimmt zwei Wochen mit der Produktion beschäftigt", sagt die Konzepterin Lisa Zirkelbach.

Ähnlich aufwendig ist das Fotoshooting. Zwei Fotografen halten drauf, was der Auslöser hergibt - und kommen teilweise mächtig ins Schwitzen. "Du musst auch Animateur sein, um die Mimik zu bekommen, die du haben möchtest", erklärt Fotograf Daniel Löb.

Allein er hat nach einem Tag Shooting mit den Profis rund 2000 Fotos auf seinen Laptop überspielt. Die besten wählt der Verein, für den beim Media Day 15 Personen im Einsatz waren, für Autogrammkarten, die Homepage und die sozialen Netzwerke aus. the