Der Diebstahl von Fahrrädern im Gesamtwert von 50 000 Euro aus einem Laden in der Gundelsheimer Straße scheint kein Einzelfall zu sein. Doch wie kann es sein, dass Diebe eine Scheibe einschlagen und unbemerkt mit 50 Fahrrädern verschwinden?
Diese und noch weitere Fragen zum Fahrraddiebstahl in Bamberg beantwortete Polizeisprecher Dominik Salosnig vom Präsidium Oberfranken in Bayreuth im Kurzinterview.

Gibt es schon Zeugenhinweise?
Nein, bisher haben wir noch keine heiße Spur. Aber der Zeugenaufruf wurde ja auch erst vor kurzem veröffentlicht.

Wie kann es sein, dass die Diebe beim Stehlen von so vielen Fahrrädern nicht aufgefallen sind?
Die Räder wurden mit mindestens zwei größeren Fahrzeugen gestohlen. Das sorgt dafür, dass viele Leute das Ganze für normale Einladearbeiten halten. Daran merkt man, mit was für einer Dreistigkeit die Diebe vorgegangen sind. Außerdem finden solche Diebstähle in der Regel zu einer Uhrzeit statt, bei der die meisten Leute schlafen. Die vereinzelten Menschen, die was bemerken, denken dann, dass das so sein muss, und rufen nicht die Polizei.

Gibt es einen größeren Markt für gestohlene Fahrräder?
Uns beschäftigen immer wieder Fahrrad-Diebstähle. Nicht nur so große wie in diesem Fall, sondern auch Einzeldiebstähle. Das zeigt, dass ein gewisser Markt dafür vorhanden sein muss. Besonders großes Interesse besteht immer bei teuren Marken-Fahrrädern.

Hat die Kriminalpolizei schon einen Verdacht, wo die gestohlenen Fahrräder verkauft werden?
Nein, es gibt noch keinen seriösen Verdacht. Dafür wäre es auch noch zu früh. Es kann sein, dass die Räder online angeboten oder in osteuropäische Länder gebracht und dort verkauft werden.

Die Fragen stellte Marina Weirich