Weil die Polizei nach wie vor die Motorradfahrer auf der bekannten Serpentinenstrecke im Auge hat, führte die Polizeiinspektion Ebern am Feiertag Mariä Himmelfahrt wiederum gezielte Motorradkontrollen auf der Staatsstraße 2278, am sogenannten Hambach, durch. Fachkundige Unterstützung bekamen die Eberner Polizisten laut eigenem Bericht von uniformierten Motorradstreifen der Verkehrspolizeien Würzburg-Biebelried und Schweinfurt-Werneck.


150 Motorräder angehalten

Während am späten Vormittag nur relativ wenige Motorradfahrer unterwegs waren, bekamen die Beamten am Nachmittag dann doch noch reichlich Arbeit. Insgesamt wurden etwa 150 Kraftradfahrer angehalten und kontrolliert. Bei vielen Tourenfahrern gab es da allerdings wenig zu beanstanden.
Einige Motorradfahrer, welche schon von weitem durch ihren Fahrstil hörbar auffielen, wurden in die Kontrollstelle gewunken. "Diese mussten sich im Mindesten sehr deutliche Worte der Polizei gefallen lassen", hieß es in dem Bericht. Wie es die Polizisten aus Erfahrung erwartet hatten, gab es bei diesen auch tatsächlich meist mehr zu beanstanden.


Doppeltes Bußgeld

Ein junger Mann hatte extra die sogenannten DB-Killer aus seinem Sportauspuff geschraubt. Er wird deswegen angezeigt und wegen vorsätzlicher Lärmbelästigung mit doppeltem Bußgeld belegt. Zudem durfte er so nicht weiterfahren. Viel Zeit verging, bis er einen Transport der ausgebauten Teile an die Kontrollstelle organisiert und seinen Auspuff wieder komplettiert hatte.
Ebenfalls sehr negativ fiel der Fahrer einer Harley Davidson wegen seiner "Akustik" auf. In Sichtweite der polizeilichen Kontrollstelle war das Krad plötzlich auffallend leise. Bei der Kontrolle zeigte sich schnell, dass ein sogenannter Klappenauspuff montiert und zudem nicht eingetragen war. Weiter war die vom Motormanagement automatisch betätigte elektronische Regelung der Dämpfungsklappen außer Betrieb gesetzt und wurde "auf Bedarf" mit einem kleinen Schalter manuell bedient - was einen exorbitanten Anstieg der Lautstärke zur Folge hatte. Auch in diesem Fall war ein Ende der Fahrt und ebenfalls eine Anzeige mit Bußgeldverdoppelung angesagt.


Mit Ohrstöpsel unterwegs

Das Kopfschütteln konnten die Beamten bei einem weiteren Motorradfahrer angesichts eines, so wörtlich " schon schizophren anmutenden Tuns", nicht mehr verbergen. Der Fahrer hatte an seinem Motorrad extra einen Sportauspuff montiert, um gehörig Sound zu produzieren. Nachdem er bei der Kontrolle den Helm abgenommen hatte, musste er noch, um sich unterhalten zu können, die Ohrstöpsel herausnehmen!
Weiter wurden während der Kontrolle noch abgefahrene Reifen beanstandet sowie zahlungspflichtige Verwarnungen für kleinere Verstöße ausgestellt. Einige Fahrzeugführer müssen ihre Papiere nachträglich noch vorzeigen. red