Über 26 000 Autofahrer nahmen die Beamten der Polizeiinspektion (PI) Bad Brückenau und der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Schweinfurt/Werneck im letzten Jahr im Altlandkreis ins Visier ihrer Geschwindigkeitsmessgeräte, schreibt die PI Bad Brückenau in einer Pressemeldung.

16 Fahrverbote, 133 Punkte

Bei 131 Messungen und insgesamt 232,5 Einsatzstunden fielen 487 Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit auf. In 354 Fällen konnte es die Polizei bei einer Verwarnung belassen, 133 Mal war die Geschwindigkeit so hoch, dass Anzeigen, die neben einer Geldbuße auch einen Punkt in Flensburg nach sich ziehen, ausgestellt werden mussten. 16 Fahrzeugnutzer mussten ihr Gefährt für einen Monat stehen lassen, weil gegen sie Fahrverbote verhängt werden mussten, rechnet Klaus Wiesler vor, der bei der Inspektion in der Badestadt für den Verkehr zuständig ist.

2018 waren im Regierungsbezirk Unterfranken bei 199 Unfällen mit Toten und Schwerverletzten überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache. Im gleichen Zeitraum zeichnet im Dienstbereich der PI Bad Brückenau diese Ursache für 21,4 Prozent der Unfälle und 21 Prozent der verletzten Verkehrsteilnehmer verantwortlich. Nicht zuletzt aus diesen Gründen hat die Polizei die gefahrene Geschwindigkeit ständig auf der Agenda.

Neben plakativen Leuchtturmprojekten wie der Blitzerwoche oder dienststellenübergreifenden Kontrollen sind mehrfach in der Woche Beamte von PI Bad Brückenau und VPI Schweinfurt/Werneck mit der Laserpistole, Radar oder Lichtschranke unterwegs, um zu schnelle Fahrer zur Verantwortung zu ziehen.

Herbert Markert, der Leiter der Bad Brückenauer Inspektion, zieht aus den Messungen des vergangenen Jahres ein gemischtes Fazit: "Mit einer Beanstandungsquote von deutlich unter zwei Prozent ist die Disziplin der hiesigen Autofahrer erfreulich hoch." Dafür spreche auch die Tatsache, dass fast drei Viertel der Beanstandungen Verwarnungen gewesen seien, also eine Überschreitung von höchstens 20 km/h zugrunde gelegen hätte. "Allerdings sind 16 Fahrverbote einfach zu viel. Und 159 km/h auf der Landstraße ist schlicht verantwortungslos und gefährdet das Leben des Fahrers und unbeteiligter Verkehrsteilnehmer", so Markert weiter.

159 km/h trauriger Rekord

Ein 53-jähriger Ford-Fahrer hatte am 22. April des letzten Jahres an einer Messstelle auf der Staatsstraße 2289 auf Höhe der Ostzufahrt zum Truppenübungsplatz Wildflecken diesen traurigen Jahresrekord eingefahren. Eine Geldbuße in Höhe von 240 Euro plus Verwaltungskosten und ein Monat Fahrverbot sowie ein Punkt in Flensburg waren für ihn die Konsequenzen.

Auch im neuen Jahr werde die Überwachung der gefahrenen Geschwindigkeit eines der Hauptbetätigungsfelder der Polizei sein, kündigt Markert an. Gerade hier sei ein besonders effektiver Ansatzpunkt für die Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass bei einer Senkung der durchschnittlich gefahrenen Geschwindigkeit um nur einen km/h die Zahl der Unfälle um vier Prozent abnehme. Und wenn ein Unfall trotzdem nicht zu verhindern sei, verursache die geringere Aufprallgeschwindigkeit deutlich geringere Personen- und Sachschäden. red