Nach monatelanger, akribischer Bastelarbeit begab sich ein 18-Jähriger mit seinem selbstgebauten Elektrogefährt auf die Reise durch Zirndorf. Der große Moment endete jedoch abrupt, als er von der Polizei gestoppt wurde.

Am Sonntagabend bot sich Beamten der Zirndorfer Polizei ein nicht alltägliches Bild: In der Spitalstraße beobachteten sie einen jungen Mann, der es sich auf seinem selbstgebauten Gefährt bequem gemacht hatte und mit einer Geschwindigkeit, die definitiv schneller war, als die Polizei erlaubt, den Gehweg entlangfuhr.

Bei einer Kontrolle wurde das Fahrzeug näher in Augenschein genommen. Vier Räder, eine Pressspanplatte und zwei leere Bierkisten bildeten den Grundstock. Für Sitzkomfort sorgte ein Treckersitz aus Metall, der auf der Bierkiste angebracht war.

Ein Blick ins Innere des Gefährts offenbarte das augenscheinliche Geschick des jungen Mannes für Elektronik. Unter der Sitzbank befand sich ein Akku, der zwei Elektromotoren an den jeweiligen Rädern antreibt. Im vorderen Bierkasten war zudem von dem Bastler eine funktionstüchtige Signalanlage für amerikanische Polizeifahrzeuge verbaut worden.

Sogar an Front- und Heckbeleuchtung war gedacht worden. Die Beleuchtung war dann aber auch alles, was zumindest annähernd den Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung entsprach, teilt die Polizei mit.

Der junge Bastler erklärte stolz, sein "Seidla-Express" würde "25 Stundenkilometer schaffen". Er habe jedoch eine Drosselung auf zehn Stundenkilometer vorgenommen.

Fahrzeuge ab sechs Stundenkilometern müssen zugelassen werden, wenn sie am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. In der Praxis wird eine Zulassung für ein solches Unikat jedoch kaum zu erhalten sein. Darüber hinaus werden auch Versicherung und Steuer fällig.

Stärker als die Angst vor Strafe

Die Vermutung liegt nahe, dass bei dem jungen Mann wohl der Drang danach, sein Gefährt auszuprobieren, stärker war als jegliche Angst vor Strafe. Die Beamten verhinderten die Weiterfahrt, so dass der Fahrer zum Fußgänger wurde und sein Fahrzeug an einer Leine hinter sich her nach Hause ziehen musste.

Der junge Bastler muss sich in einem Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstößen gegen das Pflichtversicherungs- beziehungsweise gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz verantworten.