Auf den Artikel "Auf dem Weg zum Klimawald" vom 14. Januar hat sich jetzt Michael Pöhnlein, der Bürgermeister von Nordhalben, zu Wort gemeldet. Er findet es "wichtig und richtig", dass im Frankenwald ein Umbau der Wälder stattfindet. Damit jedoch die nötigen Aufforstungsmaßnahmen nicht ins Leere laufen, sei neben angepassten Schalenwildbeständen auch Wasser im Boden nötig, schreibt Pöhnlein in einer Stellungnahme. "Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre sind leider viele Wiederaufforstungen zu Grunde gegangen. Selbst alte Laubbaumbestände zeigen bereits Trockenschäden, da die Niederschläge nicht mehr die tieferen Bodenschichten erreichen. Daher sind auch die im Wald bisher praktizierten Entwässerungsmaßnahmen z.B beim Waldwegebau zu ändern. Gute Beispiele gibt es hierfür bereits", so Pöhnlein.

Und weiter: "Das Wasser so schnell wie möglich ableiten - rein in Gräben, Wasserläufe und Kanäle und damit raus aus der Region, ist die bisher geübte Praxis auch in der Landwirtschaft und vor allem in der Siedlungswirtschaft. Damit wird jedoch auch die so lebenswichtige Grundwasserneubildung vor Ort verhindert."

Ein Umbau des bisher praktizierten Wassermanagements ist nach Ansicht Pöhnleins deshalb ebenso dringend nötig wie der Waldumbau, um zukunftsfähig in Zeiten des Klimawandels zu sein. Regenwasserrückhaltung, durch Versickerung und Speicherung, kurzum "das Wasser in der Fläche halten", sei die große Aufgabe, vor der man in allen Bereichen stehe.

Die Verwendung von Regen- und Brauchwasser, für verschiedene Zwecke diene auch der Entlastung der Trinkwasserversorgungsanlagen wie z.B. der Ködeltalsperre. Circa 40 Prozent dieses dort gespeicherten Trinkwassers werde für Nutzungen verwendet, die gar keine Trinkwasserqualität benötigen, z.B Klospülung oder Brandschutz. "Können wir uns das zukünftig noch leisten ?", fragt der Nordhalbener Bürgermeister. "Ist es nicht sinnvoller, dezentrale Anlagen zur Regen- und Brauchwassernutzung zu fördern und damit unter anderem den kleinen, steuerzahlenden Handwerkern und Betrieben vor Ort Aufträge zu geben, statt eine weitere Talsperre zu planen, die von großen Firmen/Konzernen (Steuerzahler ?) errichtet wird?Und dann gibt es noch die dezentralen Tiefbrunnen und Quellen, die einen wertvollen Beitrag zur Wasserversorgung leisten könnten."

In dem Artikel hatte der staatliche Forstbetrieb Rothenkirchen über den laufenden und zukünftigen Umbau des von der Fichte dominierten Frankenwaldes zu einem hinsichtlich des Klimawandels widerstandsfähigen Wald berichtet. red