Die Stadtbücherei Coburg und der Coburger Literaturkreis präsentieren am Sonntag, 19. September, um 19 Uhr im Saal des Kunstvereins einen weiteren Teil ihrer kritischen Demokratiegeschichte Deutschlands.

Thema ist der Umgang mit der NS-Vergangenheit nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands am 8. Mai 1945 bis zum Beginn der Studentenunruhen 1967 unter dem Titel "Plötzlich gab es keine Nazis mehr". Die große Frage war: Wo waren die vielen überzeugten Nazi-Deutschen, die Mitläufer und Profiteure geblieben?

Korrespondenten waren fassungslos

Korrespondenten, die mit den Alliierten kamen, stellten bei der Begegnung mit Deutschen fassungslos fest: "Niemand ist ein Nazi. Niemand ist je einer gewesen."

Tatsache ist, dass die allermeisten Deutschen während der NS-Zeit zumindest passiv hinter dem Nationalsozialismus standen und von ihm profitierten. Nach Niederlage und Kriegsende fühlten sich viele nur als Opfer. Vergessen, Verdrängen und Verschweigen prägten das Verhalten.

Die moderierte Lesung von zeitgenössischen Texten von Schriftstellern, Publizisten und Personen der Zeitgeschichte soll auch wichtige Fakten zur historischen Entwicklung erläutern und wird begleitet von Schlagern und Kabarettsongs der Zeit - von Zarah Leanders "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen" bis zu Bill Haleys "Rock around the clock", von Peter Kraus über Ivo Robic zu Conny Froboess.

Die Mitwirkenden sind Stephan Mertl (Texte und Gesang), Dagmar Weiß (Akkordeon), Edmund Frey und Brigitte Maisch (Auswahl und Moderation). Die Veranstaltung wird gefördert von "Demokratie leben!". Der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort ist der Saal des Kunstvereins. Verbindliche Anmeldungen werden unter Telefon 09561/89-1420 oder per E-Mail an stadtbuecherei@coburg.de entgegengenommen. red