Fast wäre es eine Schnapszahl geworden - 22 223 Zuschauer kamen offiziell in den neun Spielen der Hinrunde zum HSC 2000 Coburg in die HUK-Coburg-Arena, die am "3. Feiertag", wie es ein Fan ausdrückte, wieder proppevoll werden soll.
"Wir wollen mit dem zehnten nicht verlorenem Spiel in Folge Rang drei deutlich untermauern", gibt Coburgs Trainer Jan Gorr eine klare Devise aus.
Gegner zum Auftakt in die Rückrunde am kommenden Sonntag um 17 Uhr ist der HC Empor Rostock. Da war doch was?


Niederlage im Hinterlopf

HSC Spielführer Till Riehn: "Das Spiel am Sonntag wollen wir unbedingt gewinnen, da haben wir noch eine Rechnung offen." Am ersten Spieltag kassierten die Coburger eine überraschende, wie unnötige Niederlage an der Ostsee. Die hat auch Gorr noch im Hinterkopf. "Anfangs sind wir sehr leicht zu Toren gekommen, dann haben die Rostocker ihre Deckung umgestellt und auf die ruppige Spielweise haben wir nicht mehr antworten können."
Das soll seine Mannschaft nun besser machen, sich nicht so viele technische Fehler erlauben wie im Hinspiel. Doch Rostock, deren Vorrunde in Wellen verlief, ist nicht zu unterschätzen: "Ihr Kader ist nicht so breit, aber wenn sie alle Mann an Bord haben, dann können sie auch die Großen der Liga ärgern."


Halbpositionen stark besetzt

Coburg und Minden bekamen es zu spüren. Vor allem Roman Becvar und Marc Pechstein auf den Halbpositionen im Rückraum, die Stützen der Rostocker, gilt es in ihrem Tordrang einzuschränken und deren Anspiele zu verhindern. Doch die Sorgen beim HSC sind einmal mehr größer geworden. Die Verletzung von Florian Billek hat sich als Anriss des Syndesmosebandes herausgestellt. Dies soll aller Wahrscheinlichkeit nach konservativ behandelt und nicht operiert werden. Aber eine mehrwöchige Pause ist unvermeidlich.


Göhl wieder dabei

Für Florian Billek wird erneut Ronny Göhl bereit stehen. Nach den wiedergenesenen Markus Hagelin und Girts Lilienfelds ist dies nach Romas Kirveliavicius, Jiri Vitek und Sebastian Kirchner bereits der sechste langfristige Ausfall bei den Coburgern in dieser Saison, für die die Spielpause zum rechten Zeitpunkt kommt. Bei Rostock wird Kreisläufer Norman Flödl fehlen, um beim Re-Start im Februar wieder vollkommen fit zu sein. Den plagt seit längerem eine Bauchmuskelzerrung die nun durch den seit Anfang Dezember andauernden Sportverzicht auskuriert werden soll. Das bringt für Jens Dethloff, mit Abstand ältester Feldspieler der jungen Hanse-Mannschaft, deutlich mehr Einsatzzeiten.
Ob es zu einem Einsatz von Ronny Göhl kommen wird, hängt vom Spielverlauf ab: "Da habe ich natürlich auch die zweite Mannschaft im Hinterkopf, bin aber dankbar, dass er sich bereit erklärt hat, im Falle eines Falles zur Verfügung zu stehen", ist Gorr froh über die professionelle Einstellung des Führenden der ewigen HSC-Torjägerliste mit 1331 Toren (1098 Feldtore, 233 Strafwürfe).


Handballjahr krönen

Vergangene Woche konnte sich Göhl zurücklehnen, weil Lukas Wucherpfennig einen tollen Tag erwischte. Auch der sinnt auf Wiedergutmachung: "Das Hinspiel haben wir ausgerechnet an meinem Geburtstag verloren. Da ist ordentlich was gutzumachen." Dann auf zum krönenden Schlusspunkt unter ein tolles Handballjahr 2015 für den HSC 2000 Coburg in der HUK-Coburg-Arena.