1997 kam Phillippe Grassal zum ersten Mal nach Bamberg. Um an der Euroschule Deutsch zu lernen. Der Franzose verliebte sich in die Tochter seiner Gastfamilie - und kehrte immer wieder zurück. Seit 2006 ist Grassal - besser bekannt als Pili Loop - ein Bamberger. Mit Bügelbrett und Loop-Station ist er aus der Bamberger Musikszene nicht mehr wegzudenken. Am 15. Juli spielt er beim 18. Geburtstag des "Stilbruch". Für Fußball interessiert er sich nicht, er kann sich dem EM-Halbfinale heute Abend aber auch nicht entziehen.

Pili, was machst du am Donnerstagabend um 21 Uhr?
Pili Loop: Wahrscheinlich werde ich trotzdem das Spiel schauen. Aber um dir ein Beispiel zu geben, wie wenig ich mich dafür interessiere: Ich habe auch Italien gegen Deutschland geschaut. Nach 90 Minuten und 1:1 dachte ich, das Spiel wäre zu Ende. Da bin ich ins Bett gegangen. Ich kenne mich null aus mit Fußball. Ich wusste nicht mal, dass es dann noch dieses ... Dingsbums ... Elfmeterschießen gibt.

Wie viel hast du von der EM bis jetzt verfolgt?
Ich habe nur Italien gegen Deutschland gesehen. Sonst habe ich über die Nachrichten erfahren, wie das Spiel war.

Für die französische Mannschaft interessierst du dich also auch nicht sonderlich?
Nein, absolut nicht. Ich kenne nur Didier Deschamps, den Trainer der französischen Mannschaft. Das war es. Ich weiß nicht, wer spielt und so weiter.

Hast Du früher mal selbst gekickt?
Nee! Was mich fasziniert, ist, wie diese Geldmaschine funktioniert. Ich sehe überall die Werbung, ich vermute, die Spieler verdienen Millionen. Das finde ich alles übertrieben. Und ich kann auch die Menschen nicht verstehen, die die Fernbedienung gegen den Bildschirm werfen. Das ist faszinierend. Als ob die Leute eine kurze Zeit lang verrückt werden.
Bist du froh, wenn die EM wieder vorbei ist?
Nein, ich sehe auch, was in Frankreich passiert ist. Die Menschen trinken, ein paar sind Deppen und werden aggressiv. Ich weiß, dass es Ausnahmen sind, die alles kaputt machen. Ich bin zufrieden, wenn es vorbei ist. Aber nur wegen dieser Nachrichten. Sonst stört mich Fußball allgemein ja nicht. Jeder macht, was er will. Ich mache Musik.

Die Fragen stellte Andreas Thamm