Montagmorgen, 6 Uhr: Ernst Zwirlein hat die Gruppe der Radfahrer um sich versammelt, um in diesem Jahr schon das 14. Mal nach Vierzehnheiligen zu starten. Frauen und Männer im Alter von ca. 40 bis 80 Jahren - die Winkelser werden dabei von Radlern aus Nachbargemeinden unterstützt - machen sich auf den ca. 80 Kilometer langen Hinweg zum "Gottesgarten", der Basilika Vierzehnheiligen.
Unter der geistlichen und auch sportlichen Leitung von Pfarrer Heribert Kaufmann (heute wirkt er in Kleinostheim, vor 20 Jahren war er Kaplan in Bad Kissingen) haben sich noch weitere 20 Radler auf den Weg nach Vierzehnheiligen gemacht. Eine Besonderheit schätzen die Teilnehmer dabei sehr, dass der ehemalige Kaplan Heribert Kaufmann den Winkelsern die Treue hält. Für viele ist es auch deshalb Ehrensache, immer wieder dabei zu sein. Fünf Teilnehmer haben keine ausgelassen, und waren alle 14 Mal dabei: Erich Hauck, Hans Pal, Hilde Zwirlein und Ernst Zwirlein.


Bedürfnis und Anliegen

Herausforderung einerseits, Bedürfnis andererseits - die Wallfahrer nehmen Anliegen, Sorgen und Lasten, aber auch Freude und Dankbarkeit mit auf den Berg. Nach der mentalen und körperlichen Anstrengung sind alle ohne Blessuren froh und dankbar am Ziel angekommen. Sie wurden dort von einer größeren Anzahl von weiteren Winkelser Gläubigen empfangen, die mit diversen Fahrgemeinschaften per Auto angereist waren und die sich mit den Rad-Wallfahrern bei einem ersten Getränk über die Ankunft freuten.
Es folgte ein Dankgottesdienst, den Pfarrer Kaufmann zelebrierte. Und wie selbstverständlich war auch die musikalische Begleitung gegeben: Markus Wollmann, Dekanatskantor aus Bad Brückenau, ebenfalls schon mehrfach ein Mitradler, konnte in diesem Jahr die Rieger-Orgel spielen. Ein geselliges Beisammensein schloss den Tag ab, bevor die Wallfahrer den ersehnten Schlaf fanden. Das meiste war geschafft, denn wie eine Teilnehmerin sagte: "Am 2. Tag geht es nur noch abwärts."
Die Rückfahrt auf einer anderen, längeren Route begann am nächsten Tag um ca. 8.30 Uhr, und nach vielen Stunden bei wieder hochsommerlichen Temperaturen trafen alle am Abend wohlbehalten in Winkels ein.
Ein paar Tage später durften die Wallfahrer noch einmal ihren Dank für die Kraft, Energie und Ausdauer, mentale Stärke, für die Begleitung, für das Gelingen, für Gottes Schutz zum Ausdruck bringen, mit einem Gottesdienst in der St.Bonifatius-Kirche.
Zu danken haben die Radler insbesondere auch dem Organisations-Team, Ernst und Hilde Zwirlein, und dem Transport-Team, Wilfried Krebs sowie Moni und Armin Stärker.
Und: Nach der Wallfahrt ist vor der Wallfahrt. Bald wird Ernst Zwirlein wieder seinen Kalender betrachten, um die nächste Tour zu planen und vorzubereiten. red