Philipp Dumproff, der seit fünf Jahren im Pflegezentrum Eugeria Obermain in Kutzenberg lebt, feierte am Sonntag bei geistiger Frische seinen 95. Geburtstag. Wegen Corona konnte dieser runde Geburtstag nicht in der geplanten größeren Form gefeiert werden. Im November 2018 konnte der Jubilar noch mit seiner Ehefrau Margareta das Fest der eisernen Hochzeit feiern. Leider ist seine Frau im März 2019 verstorben.

Philipp Dumproff liest seit 67 Jahren täglich den Fränkischen Tag, und das noch ohne Brille. Obwohl er seit vielen Jahren einen Rollstuhl benutzen muss, ist er stets zu einem Spaß aufgelegt.

Die Wiege des Geburtstagskinds stand in Prächting. Doch schon in der Zeit, als Philipp Dumproff noch ein kleines Kind war, verlegten seine Eltern ihren Wohnsitz nach Ebensfeld. Dort besuchte er die Volksschule und anschließend das Alte Gymnasium in Bamberg. Vom Gymnasium aus musste er im Alter von 17 Jahren in den Zweiten Weltkrieg, an die Ostfront, ziehen. Er wurde am 21. November 1943 im Alter von 18 Jahren durch Splitter eines Raketengeschosses so schwer verletzt, dass man ihm den rechten Arm und das linke Bein amputieren musste.

Philipp Dumproff ließ sich aber trotz seiner schweren Verwundung nicht unterkriegen und beteiligte sich später rege am Ebensfelder Vereinsleben. Besonders interessiert er sich auch noch heute vor allem für die Fußballberichte sowie Aufstellungen seiner Lieblingsvereine, des TSV Ebensfeld und des 1. FC Nürnberg - und er freut sich ganz besonders, wenn sie am Wochenende erfolgreich gespielt haben. Er hat früher kein Heimspiel des TSV Ebensfeld verpasst, egal, in welcher Spielklasse gespielt wurde.

Dumproff ist seit 75 Jahren Mitglied der Soldatenkameradschaft 1874 Ebensfeld und wurde für seine außerordentlichen Verdienste und langjährige treue Mitgliedschaft im Jahr 2005 zum Ehrenmitglied ernannt.

Außerdem ist er das letzte lebende Gründungsmitglied des VdK-Ortverbandes Ebensfeld und wurde für seine 70-jährige Mitgliedschaft bei einer Festveranstaltung bei diesem Sozialverband im April 2018 von VdK-Landesvorsitzender Ulrike Mascher und dem kürzlich verstorbenen Kreisvorsitzenden Heinz Wittmann geehrt.

Beim Pflegepersonal ist der Jubilar sehr beliebt, vor allem weil er mit seinem fränkischen Humor stets zu einem Spaß aufgelegt ist.

Zu seinem Wiegenfest gratulierten ihm ganz besonders die drei Kinder, sechs Enkelkinder und sechs Urenkel.

Die FT-Redaktion schließt sich den Glückwünschen gerne an. Hans Zapf