Der Familien- und Integrationssenat hat sich in seiner jüngsten Sitzung schwerpunktmäßig mit dem Thema Pflege beschäftigt. Die Stadträte sprachen darüber, wie die Pflegeberatung und die Bedarfsplanung verbessert werden können. "Aufgrund des demografischen Wandels wird der Bedarf an Pflegeplätzen ebenso wachsen wie das Informationsbedürfnis der Bürger", betonte Bürgermeister Jonas Glüsenkamp laut der Pressemitteilung. Die Stadt Bamberg müsse jetzt die Weichen dafür stellen, unterstrich der Referent für Soziales.

Positiv festgestellt wurde, dass ein breit gefächertes Beratungsangebot in Bamberg vorhanden sei. Die verschiedenen Anlaufstellen seien in der Regel zwar gut vernetzt, aber aufgrund datenschutzrechtlicher Einschränkungen könne derzeit "ein fallbezogener Austausch nicht stattfinden". Eine Verbesserung für die Bürger wäre daher die Einrichtung eines Pflegestützpunktes. Dieser würde als erste Anlaufstelle fungieren: Bürger bekämen dort alle Informationen aus einer Hand. Doppelstrukturen könnten so abgebaut, Prozesse beschleunigt und die Beratung durch Bündelung des Fachwissens verbessert werden. Dementsprechend beschloss der Familien- und Integrationssenat, die Verwaltung solle bis zum Frühjahr ein Konzept für die Einrichtung eines solchen Stützpunkts erarbeiten. Da auch das Landratsamt bereits Interesse bekundete, wollen Stadt und Landkreis gemeinsam vorgehen und dabei auch Fördermöglichkeiten durch den Freistaat prüfen.

Nicht zufriedenstellend sieht die Situation derzeit bei der Schaffung neuer Pflegestellen aus. 400 zusätzliche Plätze werden bis zum Jahr 2025 benötigt. Zwar liefen aktuell konkrete Planungen für zwei neue Pflegeeinrichtungen, doch reiche dies nicht aus. "Bei der Schaffung von Wohnraum müssen wir immer auch die dazu notwendige Infrastruktur wie Kitas und Pflege mitdenken und aktiv einfordern", so Glüsenkamp.

Positiv zur Kenntnis genommen wurde, dass aktuell in der Region die Zahl der Auszubildenden im Pflegebereich gestiegen sei. Dennoch seien Bund und Freistaat gefordert, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. red