Nicht nur Corona, sondern auch das Wetter setzte dem jüngsten Staudentauschtag im Coburger Stadtteil Seidmannsdorf zu. Weil die weit über die Landkreisgrenze hinaus bekannte Aktion im Freien stattfand, reduzierte der Regen den sonst üblichen Besucherstrom. "Kamen sonst weit über 50 Interessierte, waren es heute nicht einmal 20, die sich mit neuen Pflanzen eindecken wollten", stellte Organisatorin Brigitte Schlundt etwas traurig fest. Nachdem der Besucherstrom eher einem Rinnsal ähnelte, kam man überein, nach etwa einer Dreiviertelstunde die Zelte abzubrechen. Im vergangenen Jahr verweilten die Besucher noch bei Kaffee und Kuchen. "Auch das war diesmal nicht drin", erzählte Brigitte Schlundt.

Eine, die sich durch Regen den Spaß an den Pflanzen nicht verdrießen ließ, war Inge Ultsch, die mit ihren 91 Jahren den Widrigkeiten trotzte. "Seit 1989 bin ich regelmäßig dabei", berichtete die alte Dame und erinnerte, dass die Veranstaltung damals noch im Landwirtschaftsamt Coburg stattgefunden habe, bevor man auf das landwirtschaftliche Anwesen der Familie Mönch in Seidmannsdorf umgezogen sei. Seit drei Jahren ist nun das Gelände vor dem evangelischen Gemeindehaus Schauplatz der Tauschtage. Das Angebot war recht ordentlich: Es gab Tomatenpflanzen, verschiedene Sämereien über Zimmer- und Gartenpflanzen bis hin zu den oft als "florale Botschafter zwischen den Jahreszeiten" bezeichneten Herbstastern. "Die Walnüsse fehlen", stellte Inge Ultsch fest und bedauerte, dass das Interesse, einen Garten zu bewirtschaften, ihrer Meinung nach immer mehr nachlasse.

Unterkriegen lassen sich die Verantwortlichen nicht, sie blicken hoffnungsvoll ins nächste Jahr. Dann ist der Pflanzentauschtag für den 16. April ab 14 Uhr fest anvisiert. mr