Die Pfingstfeierlichkeiten in der Stadtpfarrkirche fanden trotz oder wegen der Corona Krise großen Zuspruch. Gerne angenommen wurden auch die Freiluftgottesdienste an der Lourdesgrotte. Kinder und Erwachsene feierten vor der Grotte das Pfingstereignis.

An Pfingsten gedenkt die Christenheit der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel und die Gottesmutter Maria in Jerusalem. Neuer Mut, Wagnis zum Aufbruch und Stärkung im Glauben waren die Konsequenz des Ereignisses vor 2000 Jahren in Jerusalem. "Eigenschaften, die wir gerade auch in der Krisenzeit dringend brauchen", so Stadtpfarrer Kilian Kemmer. In seiner Pfingstpredigt verglich Kemmer die Eigenschaften des Heiligen Geistes mit dem Betriebssystem eines Computers: unsichtbar und doch am Werk, geheimnisvoll und doch spürbar, das Denken überfordernd und doch vernünftig, ein Hintergrundwirken, ohne das nichts läuft. Kemmer betonte weiter, dass dieses unsichtbare Wesen nicht krankheitserregend, gesundheitsschädlich oder lebensgefährlich sei, sondern vielmehr lebenspendend, heilsam und überlebensnotwendig. Wer in Taufe und Firmung mit diesem Heiligen Geist "infiziert" wurde, werde in schweren Zeiten der Kirche oder Gesellschaft Mut und Zuversicht erfahren. "Das Betriebssystem des Heiligen Geistes ist störungs- und virenfrei und bleibt immun gegenüber allen lebensbedrohenden Zeiterscheinungen", so der Pfarrer.

Der Heilige Geist war natürlich auch Thema des Kindergottesdienstes mit Pastoralreferentin Monika Urbasik. Trotz der Desinfektionsauflagen und dem Tragen des Mundschutzes finden immer mehr Menschen wieder den Weg zu den Gottesdiensten.

Eine Fotocollage im Eingangsbereich der Kirche erinnert derweil an die letzten Wochen, als für zwei Monate hinweg die Gottesdienste ausschließlich nicht öffentlich gefeiert werden durften. Auf Bitten von Stadtpfarrer Kilian Kemmer brachten knapp 1000 Menschen ein Foto von sich und ihren Angehörigen in die Kirche, um so zu visualisieren, dass sie aus der verordneten Distanz heraus trotzdem an den Gottesdiensten teilnehmen.

Nach den Osterfeiertagen holten die ersten ihre Bilder schon wieder ab. Das rief die Büroleitung des Pfarramtes, Silvia Lohmann, auf den Plan. Sie stellte zwei große Schautafeln mit den übrigen Bildern vieler Menschen zusammen. Beide Tafeln laufen auf das Gelübde der Dettelbacher Wallfahrt zu, das im Kircheneingang hängt und das Bürgermeister Gerald Brehm für den Schutz der Stadt vor der Pandemie am 20. März in Dettelbach erneuerte. Unter dem Motto der Krisenzeit: "Wer glaubt, ist nie allein" entstand ein buntes und facettenreiches Gesamtwerk. Eine wichtige Erfahrung der Pfarrei St. Georg formulierte Silvia Lohmann als Zusammenfassung unter ihren Bildtafeln: "Wie eine große Familie - Familie Gottes, das ist Kirche!" Die Freude über diese Kollage ergänzte die wohltuende, pfingstliche Feiertagslaune in der Stadtpfarrkirche. Bis Mitte Juni werden die Tafeln noch in St. Georg stehen bleiben. LM