Rund zehn Jahre lang stand das 1953 gebaute Pfarrhaus Wattendorf leer, nachdem die Klosterschwestern ausgezogen waren. Pfarrer Michael Morawietz, Kirchenpfleger Rudolf Krapp und die Mitglieder der Kirchenverwaltung beschlossen deshalb die Renovierung des Gebäudes, um es dann zu vermieten und so sinnvoll zu nutzen. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2019, werden aber rechtzeitig bis zum Einzug des neuen Mieters Ende Oktober fertig. Auch die geschätzten Kosten von rund 250 000 Euro werden nach Angabe des Architekten voraussichtlich eingehalten. Da das Projekt aber allein vom Erzbischöflichen Ordinariat gefördert wird, bleibt an den Wattendorfern ein erheblicher Brocken hängen, für den sie aufkommen müssen. Sie haben sich aber schon während der Bauzeit mit viel Eigenleistung eingebracht.

Die Umbauten im Einzelnen

Die Räume im Untergeschoss bleiben für die Jugend und die Senioren weiterhin erhalten. Da man ursprünglich von verschiedener Nutzung von Erdgeschoss und Dachgeschoss ausging, wurde im Parterre der Eingangsbereich mit einem Windfangelement abgetrennt. Auch ein neues Bad wurde eingebaut. Der Grundriss der Dachwohnung blieb erhalten. Die vorhandenen Holzfußböden wurden wieder aufgearbeitet. Anstelle der maroden Dachgauben wurden moderne Dachflächenfenster eingebaut und das Dach mit Mineralwolle zur Wärmedämmung isoliert. Als Dacheindeckung wurden nach Angabe von Architekt Georg Schilling Flachziegel aus naturrotem Ton gewählt - eine moderne und kostengünstige Alternative zur Biberschwanzdoppeldeckung.

Im ganzen Haus ließ die Kirchenstiftung Wattendorf neue zweiflügelige Kunststofffenster mit dreifacher Isolierverglasung einbauen, um möglichst wenig Energie zu verlieren. Natürlich wurden alle Leitungen und Installationen von den Elektrikern überprüft und zum Teil erneuert. Dasselbe machten die Maler und Putzer. So bedurfte auch die Außenschale des Gebäudes einer gründlichen Gesamtsanierung.

Hans-Werner Alt, ehemaliger Pfarrer von Altenbanz und Banz und jetziger Pfarrer im Ruhestand, zieht nun in das renovierte ehemalige Pfarrhaus ein. "Die Gläubigen von Wattendorf und Umgebung hoffen deshalb, dass sie wieder öfter als bisher einen Gottesdienst mit einem Geistlichen feiern können", drückte Kirchenpfleger Krapp die Wünsche vieler Besucher der Kirche St. Barbara aus.