Vor vier Jahren erklärte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dieter Wolf, Pfarrfeste nur zu einem besonderen Anlass auszurichten. Damals war die letzte vollendete Kirchensanierung der Grund, ein Fest zu veranstalten. Das kürzliche Pfarrfest wurde aus Anlass des 125. Jahrestages des Neubaus des Langhauses der Sankt-Martins-Kirche gefeiert. Der Gottesdienst in der Pfarrkirche, das Bühnenprogramm im Kolpinghaus das Kinderprogramm im Pfarrzentrum - das prall gefüllte Programm hatte für jeden etwas zu bieten.
Unter den Klängen der Weismainer Blasmusik bewegte sich der farbenprächtige Zug zum Gotteshaus. Die Festmesse zelebrierte Pfarrer Gerhard Möckel mit Joachim Kügler, Pastoralreferentin Birgit Janson und Pater Markus vom Stift Heiligenkreuz aus Wien. Der Kirchenchor umrahmte die Messfeier, dabei erklang die Komposition Ludwig van Beethovens "Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" besonders majestätisch.
"Besucht uns mal im Kindergarten, da ist es wunderschön", sangen die Kleinen vom Kindergarten St. Anna bei ihrer Tanzshow. Beim Weismainer Heimatsong "Dass ich vo Weismo bin, des ist mei größte Freud, denn in Kaulhaazia gibt's viele lustige Leut", forderten sie die Zuhörer zum Mitsingen auf. Die Theatergruppe der Kolpingfamilie führte den Sketch "Aschenputtel und der charmante Prinz" auf. Ohne Emotionen, mit Ausdruck, aber sehr lustig vorgetragen, hatten Dieter Wolf und Pater Rufus bei der Aufführung mit den Komödianten großen Spaß. Die Kita Kinderzeit führte das Publikum tausend Jahre zurück in die Zeit der Wikinger. Dies besangen die Kleinen mit "Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen" im stilechten Aussehen. Das Wikingerschiff fuhr immer bei der Aufführung mit, wobei sich die Darsteller mal im Schottenrock, Indianergewand, im Kosakenkleid oder in orientalischer Verkleidung mit Musik und Gesang auf der Bühne tänzerisch präsentierten.
Jetzt war Kaffeezeit. Eine besondere Kreation hatte Konditormeister Franz Besold mit einem essbaren Bild der Sankt Martinskirche gefertigt.
Den letzten Programmpunkt des Nachmittags übernahm der Sängerkranz. Trotz personeller Engpässe glänzte der Chor mit beschwingten Melodien, die von den Zuhörern mit viel Beifall belohnt wurde. Keine echten Darsteller, sondern Puppen waren beim Kinderprogramm im Pfarrzentrum zu sehen, das der Jugendarbeitskreis aufführte. Enttäuscht waren die Kinder, keinen Kasperl zu sehen, hatten aber dennoch einen Riesenspaß beim Märchen von Hänsel und Gretel. Spiel- und Bastelangebot hatte der Kindergarten St. Anna vorbereitet. Kreativ durfte sich der Nachwuchs betätigen beim Basteln von Drachen für Fensterschmuck oder beim Fertigen herbstlicher Ausmalbilder. Das sonnige Wetter bei frischen Temperaturen ermöglichte sogar Dosenwerfen, Autorennen oder Sackhüpfen im Freien.
Bei den Kirchenführungen vermittelte Kreisheimatpflegerin Andrea Göldner ihr fundiertes Wissen.