Am Sonntag feierte die Pfarrei St. Johannes, der Evangelist Posseck ihr Patronatsfest. Nach alter Tradition segnete Pfarrvikar Anton Heinz beim Festgottesdienst den Johanniswein. Der Wein zu Ehren des Heiligen erinnert an das Gebot argloser Liebe, das dieser Apostel besonders gepredigt hat.

Die christliche Überlieferung berichtet folgendes Ereignis: Ein Irrlehrer reichte dem Apostel und Evangelisten Johannes einst einen Becher vergifteten Wein - mit der Bitte, zum Beweis der Wahrheit seines Glaubens, diesen leer zu trinken. Johannes ergriff den Becher voll zuversichtlichen Vertrauens auf Gott und leerte ihn, ohne Schaden zu nehmen. Zuvor hatte er noch den Segen über den Kelch gemacht und es kam eine Schlange hervor. Daraufhin wurde der Irrlehrer ein gläubiger Christ. Zur Erinnerung an dieses Geschehnis sieht man den heiligen Johannes manchmal mit einem Kelch abgebildet, aus dem eine Schlange emporsteigt. Die Legende mag auch den Anstoß zum sogenannten "Johannistrunk" oder "Johanniswein" gegeben haben.

In der Pfarrkirche zu Posseck wird das christliche Brauchtum des Johannistrunkes wohl schon seit der Gründung der Pfarrei ausgeübt. Bereits in den ersten Rechnungen der Pfarrei von 1648 ist eine Ausgabe für Johanniswein verzeichnet.

Das letzte Mal wurde in Posseck am 27. Dezember 1967 den Gläubigen der Wein mit den Worten "Trinke die Liebe des heiligen Johannes" gereicht. Dies geschah durch den damaligen Pfarrer Peter Ochs, der anschließend in den Ruhestand ging. Nunmehr bringen die Pfarrangehörigen am Patronatsfest Wein ins Gotteshaus, um diesen für ihren persönlichen Gebrauch weihen zu lassen.

Der erste Sonntag nach Weihnachten ist der Heiligen Familie geweiht. In seiner Predigt ging Pfarrer Anton Heinz daher auch auf die Bedeutung der Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft ein.

Stimmungsvoll begleitet wurde der Gottesdienst von Roland Völk an der Orgel. hs