Über 13 Jahre lang prägte sie als Gemeindereferentin die pastorale Arbeit der Katholischen Pfarrei St. Johannes in Kronach - nun ist Magda Kroher im Alter von 82 Jahren in Nürnberg verstorben. Viele Kronacher werden sich noch an die kleine, sehr agile Frau erinnern, die zusammen mit Pfarrer Theo Herold 1976 nach Kronach kam und mit ihm gemeinsam 13 Jahre die Seelsorge in der Pfarrei gestaltete.

Geboren in Nürnberg lernte Magda Kroher ihren späteren Chef und Wegbegleiter als Jugendkaplan in der Pfarrei in Herz Jesu kennen. Er war es, wie sie immer wieder erzählte, der in ihr den Wunsch weckte, für einige Zeit in die Mission zu gehen. Nach drei Jahren in Simbabwe studierte Magda Kroher Religionspädagogik in München und unterrichtete anschließend Religion in Bobingen. Mit dem Wechsel nach Kronach ergriff sie den Beruf der Gemeindereferentin und fand dafür in Kronach ein reiches Aufgabenfeld vor: Religionsunterricht, Planung und Gestaltung von Kindergottesdiensten, Aufbau der Jugendarbeit und Begleitung vieler kirchlicher Gruppen und Gruppierungen.

Lange bevor die Arbeit in außerschulischen Gruppen eine feste Größe in der Gemeindearbeit wurde, führte sie zusammen mit Pfarrer Herold Gruppen für die Erstkommunion- und Firmvorbereitung ein, in denen die Kinder und Jugendlichen von Ehrenamtlichen, in der Regel Müttern oder Vätern der betroffenen Kinder, auf das jeweilige Sakrament vorbereitet wurden. Genauso innovativ waren die großen Kindergottesdienste, in denen sie mit "Evangelienspielen", also dem von den Kinder szenisch aufgeführten Tagesevangelium, unzählige Kinder und Jugendliche in die pastorale Arbeit integrierte. Jazz-Messen, in denen dann sogar eine "Pfarrband" auftrat und viele andere neue Formen der pastoralen Arbeit wurden etabliert. Auch die Einführung der "Wohnviertelhelfer" waren ein Novum.

Persönlich war Magda Kroher die Missionsarbeit der Kirche ein großes Anliegen. Geprägt von den eigenen Erfahrungen in Simbabwe gründete sie an ihren Einsatzorten Missionskreise und knüpfte immer neu Kontakte zu Missionaren, vor allem in Afrika. So verband sie nicht zuletzt mit dem dort lebenden Jesuitenpater Konrad Landsberg eine gute Freundschaft und auch einige Kronacher verdanken ihre Verbindung mit P. Landsberg Magda Kroher.

1989 folgte sie Pfarrer Herold in dessen neue Pfarrei St. Josef in Baiersdorf bei Erlangen, wo sie bis zum Ruhestand zusammen mit ihm lebte und arbeitete. Gemeinsam verbrachten sie auch ihre Zeit nach der aktiven Gemeindearbeit und lebten zuletzt beide im Jakobus-von-Hauck-Stift in Nürnberg. Dort starb Magda Kroher am 5. Januar und wurde vier Tage später auf dem Nürnberger Südfriedhof beigesetzt. Die Pfarrei Kronach gedenkt ihrer ehemaligen Mitarbeiterin in einem Gottesdienste am 31. Januar um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche. msi