Pettstadt — Wenn der SV Pettstadt heute (15 Uhr) beim FC Sand antritt, empfängt nicht nur der Tabellenzweite den Drittletzten, sondern es prallen auch zwei Welten aufeinander. Während der SVP mitten im Abstiegskampf steht, peilen die Sander den Aufstieg an und feilen bereits intensiv am Gesicht der Mannschaft.
Nahezu alle Leistungsträger haben beim FCS bereits ihre Zusage für den Verbleib gegeben. Es läuft rund bei den selbstbewussten Unterfranken. Sie starten als haushoher Favorit in das Auftaktmatch. Dass David Goliath besiegen kann, bewies in der Vorrundenbegegnung der SV Pettstadt, als er dem zuvor mit fünf Siegen in die Saison gestarteten Tabellenführer aus Sand mit 1:3 geschlagen nach Hause schickte.
Die Sander brennen auf Revanche und streben nach wie vor die Meisterschaft sowie den Direktaufstieg in die Bayernliga an. Lediglich der sechs Zähler besser postierte Spitzenreiter DJK Bamberg, bei dem die Sander ihre zweite und letzte Niederlage (0:2) kassierten, kann dieses Unterfangen gefährden. Sands Trainer Bernd Eigner ließ nichts unversucht, sein Team auf die letzten zwölf Saisonspiele optimal vorzubereiten. Trotz zahlreicher krankheitsbedingter Ausfälle zeigten die Seinen selbst höherklassig angesiedelten Kontrahenten die Krallen, was Testspielsiege gegen den Bayernligisten Jahn Forchheim sowie gegen die Regionalligisten SpVgg Bayreuth und FC Schweinfurt 05 unter Beweis stellen. Selbst das Fehlen des überragenden Torjägers Peter Heyer (20 Treffer), der nach einem dreifachen Beinbruch seit November außer Gefecht ist, konnten die Eigner-Schützlinge kompensieren und müssen dies auch weiterhin tun.
"Die Rollen sind klar verteilt. Wir sind krasser Außenseiter", schätzt SVP-Spielertrainer Jochen Kutzelmann die erste Partie nach der langen Winterpause realistisch ein. "Ich ziehe meinen Hut vor den wenigen Jungs, die uns da unten raushauen wollen. Wir haben eine harte Vorbereitung mit insgesamt acht Spielen hinter uns. Das ging an die Grenzen." Dorthin möchten die Pettstadter im Seestadion erneut gehen. Allerdings muss der 30-jährige Coach mit einem stark dezimierten Kader auskommen. Zu den nicht mehr zur Verfügung stehenden Winterabgängen Bernd Audenrieth (SV Memmelsdorf II), Christian Baier (TSV Burgebrach), Daniel Kommer (FV 1912 Bamberg) und David Friedrich (DJK Hallerndorf) gesellen sich augenblicklich die verletzten Fabio Jentsch und Tobias Lang. Hinter dem Einsatz des angeschlagenen Oliver Riley steht ein dickes Fragezeichen. Kutzelmann verspricht dennoch: "Wir werden uns 90 Minuten lang aufopfern." - Busabfahrt: 12.45 Uhr, Sportlerheim Pettstadt
SV Pettstadt: Kauder, Ochs - Baumüller, Esen, Görtler, Kutzelmann, Meth, Pfeuffer, Rausch, Riley (?), Rupp, Schwandner, Schwarm, Schwinn, Thomann, Wenzel