Bevor die Räte über ein paar ungeplante Maßnahmen debattierten und beschlossen, gaben Bürgermeister Jochen Hack (FWG) und Geschäftsleiter Roland Hack einen groben Überblick über die Finanzlage der Gemeinde. Und da gab es nur Erfreuliches zu berichten: Da die Gewerbesteuereinnahme 2018 den Haushaltsansatz um 166 000 Euro überstieg und geplante Ausgaben um rund 100 000 Euro niedriger als geplant ausfielen, erhöhte sich der Überschuss um 268 000 Euro. Zum Jahresende waren nicht 1,52 Millionen Euro auf der hohen Kante, sondern zwei Millionen Euro. Auch für 2019 sehe es nicht schlecht aus, versicherte Kämmerer Hack im Vorgriff auf die im April anstehende Haushaltsberatung.

Mit diesen Informationen im Hinterkopf fiel es dem Gemeinderat nicht schwer, rund 54 000 Euro für die Erneuerung des 635 Quadratmeter großen Spielplatzes an der Bahnstraße lockerzumachen. Er ist in die Jahre gekommen; der Rutschenturm würde bei der nächsten Sicherheitsprüfung sicher "durchfallen". Zudem kam aus dem Helferkreis, der sich um die soziale "Stadtentwicklung" Pettstadts bemüht, der Vorschlag, hier einen Mehrgenerationen-Spielplatz einzurichten. Die Umwidmung wurde vom Gemeinderat bereits beschlossen.

Boccia für die Älteren

Anschließend verständigte sich eine Expertengruppe aus engagierten Gemeinderäten, Mitgliedern des Helferkreises, der Vertretung des Elternbeirates des Kindergartens und anderen auf eine Bedarfsliste. Sie sieht, wie Projektleiterin Annika Eckert erläuterte, die Erweiterung der Sandspielfläche um Wasserlauf, Schöpfrad, Hebe- und Klappwehr für Kinder bis zu drei Jahren vor. Zwei bisherige Spielgeräte bleiben erhalten. Für die ältere Generation wird eine Bocciabahn angelegt. Den geselligen, sportlichen Treffpunkt für Senioren werden drei Outdoor-Fitnessgeräte ergänzen. Ein zentral gelegener Pavillon mit Sitzbänken, Tisch und integriertem Brettspiel für Dame und Schach soll Jung und Alt zum Verweilen einladen. Der Maschendrahtzaun wird durch einen Lärchenzaun ersetzt. Der Baumbestand bleibt erhalten und wird durch Heckenpflanzen ergänzt: Die Schattenspender sind hoch willkommen!

Um rund 50 000 Euro geht es auch bei der neuerlichen Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Pettstadt-Erlach. Die Schlaglöcher und Frostaufbrüche sollen repariert und auf einer Länge von 800 Metern soll eine vier Zentimeter starke Asphaltbetondecke aufgetragen werden. Wie Bürgermeister Hack mitteilte, ist der Markt Hirschaid daran interessiert, das günstige Angebot einer Straßenbaufirma zu nutzen, um die Straße auf Erlacher Seite ebenfalls zu überarbeiten. Sie soll weiterhin nicht für den Kraftverkehr freigegeben werden. Pettstadt lässt bei dieser Gelegenheit auch noch ein 80 Meter langes Straßenstück im Ortsteil Eichenhof ausbessern.

Umstrittene Kunst

Nicht unumstritten ist die Beteiligung der Gemeinde an dem Projekt "Kunstbegegnungen am Kanal". 4500 Euro soll Pettstadt beitragen, damit auf einer Sandinsel am Regnitzufer südlich der Eisenbahnbrücke die Plastik "Hydrophyt" der Künstlerin Angelika Summa aufgestellt werden kann. Dabei handelt es sich um ein Gebilde aus Stahldraht von gut 2,50 Meter Durchmesser. Womit Assoziationen zur Natur (gestrandete Pflanze, große Wasserschlingpflanzen, angespültes Gestrüpp) und zur Technik geweckt werden sollen: Die Gierseilfähre hängt an einem Stahlseil an einer eisernen Brücke über die fast täglich Drahtseile für Bauzwecke nach Schlüsselfeld transportiert werden. Sebastian Dennerlein fand trotz der blumigen Beschreibung des Objekts "null Mehrwert für die Gemeinde". Zudem seien Folgelasten aus der Betreuung des Kunstwerkes durch das gemeindliche Personal zu erwarten. Zehn andere Ratsmitglieder wollen jedoch Pettstadt gerne in das Projekt des "Flussparadies Franken e. V." einreihen und willigten ein.

Weitere Objekte sind unter anderem in Bamberg, Strullendorf, Hirschaid, Altendorf. Buttenheim und Eggolsheim geplant. Auf dass Kunstbegeisterte durchs Regnitztal und auch am Kanal entlang wandern und gelegentlich in Pettstadt Station machen!