Trabelsdorf — Wer regelmäßig das Grab eines Angehörigen pflegt, der weiß: Im Oktober gibt es auf dem Friedhof viel zu tun, denn Allerheiligen und Totensonntag stehen vor der Tür. Zeit, verblühte Sommerblumen zu entfernen und die Gräber für den Herbst und den Winter schön anzulegen.
Zudem tut Gärtnern der Seele gut. Auf diese Weise helfen die Bepflanzung und Pflege einer Grabstätte, den Verlust eines lieben Menschen zu verarbeiten. Rechtzeitig bevor der ausgediente Sommerflor von den Grabstellen abgeräumt wird, veranstaltete der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege das Seminar "Vorschläge zur Grabgestaltung" in Trabelsdorf.
13 Teilnehmer aus den Obst- und Gartenbauvereinen informierten sich über Bepflanzungsideen in Theorie und Praxis. Hubert Hanke, Versuchsingenieur und Dozent an der Technikerschule der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim, zeigte den Teilnehmern, wie mit einfachen Mitteln der Ort der letzten Ruhe gestaltet werden kann. Grundsätzlich gilt: Eine Grabbepflanzung sollte geschmackvoll und nicht zu pflegeaufwendig sein.
Schlicht, schön und einfach zu pflegen, so sieht die ideale Gestaltung aus. Hanke gab wertvolle Tipps zur standortgerechten Pflanzenwahl und für harmonische Proportionen in der Flächenaufteilung, denn das sind die beiden wichtigsten Gestaltungskriterien.
Gezielt ausgewählte Gehölze stellen die Rahmenbepflanzung um das Grabmal. Den größten Teil der Bepflanzung bilden schwach wachsende Pflanzen als sogenanntes Dauergrün, um das Grab zu bedecken.
Die Berücksichtigung der Belichtungsverhältnisse bestimmt die Pflanzenliste. Liegt die Ruhestätte in der vollen Sonne, werden hitzeverträgliche Sonnenanbeter verwendet. Unter Bäumen entwickeln schattenverträgliche Gräser und Stauden üppiges Grün.


Nicht zu unruhig

Ein weiteres Gestaltungskriterium sind aufeinander abgestimmte Farbkombinationen und die unterschiedlichen Blüte- und Schmuckzeiten der Pflanzen. Bei sorgfältiger Pflanzenauswahl und guter Gestaltung kann ein Grab zehn Jahre und länger ohne Umgestaltung unterhalten werden. So angelegt, beschränkt sich die Pflege auf das Gießen an heißen Sommertagen, auf den Rückschnitt der Gehölze und auf das Austauschen der einjährigen Blumen je nach Jahreszeit.
Die Praktiker unter den Teilnehmern kamen am Nachmittag auf ihre Kosten. Vier Bestattungsstellen auf dem Trabelsdorfer Friedhof wurden neu gestaltet. Die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, Claudia Kühnel, leitete die Seminarteilnehmer Schritt für Schritt an. Mit viel Geschick wurden ein Urnengrab, ein Einzelwahlgrab im Halbschatten, ein Familiengrab im Vollschatten und ein Doppelgrab in der vollen Sonne bestückt.
Selbstverständlich kann man auch einen Fachmann mit der Gestaltung und Pflege eines Grabes beauftragen, denn das ist das Spezialgebiet der Friedhofsgärtner. Wer weitere Informationen zum Thema Grabgestaltung/Grabpflege sucht oder Bilder der angelegten Mustergräber sehen möchte, kann sich auf der Internetseite des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Bamberg unter www.kv-gartenbauvereine-bamberg.de informieren. red