von unserer Mitarbeiterin Bettina Knauth

Seßlach — Der Seßlacher Stadtrat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig den Haushalt 2015 verabschiedet. Die neue Satzung sieht einen Verwaltungshaushalt in Höhe von 6,397 Millionen Euro und ein Investitionsvolumen von 2,455 Millionen Euro vor.
Die Verschuldung der Stadt wird um weitere 93 600 Euro steigen. "Pflichtaufgaben vor Kür" laute die klare Devise, sagte Bürgermeister Martin Mittag (CSU). Auch wenn nicht alle sinnvollen oder wünschenswerten Maßnahmen sofort umgesetzt werden könnten, "meine ich doch, dass wir mit diesem Beschluss weiterhin an der Entwicklung Seßlachs mit all seinen Stadtteilen arbeiten können."
"Es war klar, dass wir nach dem großen Investitionen der letzten Jahre in Schule, Kita und Altenheim, die richtig und wichtig für die Entwicklung und Zukunft unserer Kommune waren, intensiv über diesen Haushalt diskutieren müssen", resümierte Mittag. Dies werde sich wohl in den nächsten Jahren nicht ändern.
Kämmerer Hans Vogt wagte einen vorsichtig optimistischen Ausblick, da er ab 2016 mit höherem Einkommensteueraufkommen und Schlüsselzuweisungen sowie einer geringeren Kreisumlage rechnet. Die um 128 000 Euro gestiegene Kreisumlage zeichnet im neuen Haushalt, neben um 120 000 Euro höher veranschlagten Personalkosten, hauptsächlich für Mehrausgaben verantwortlich. "Ziel der Stadt Seßlach muss es sein, zukünftig keine neuen Schulden aufzunehmen, um den Schuldenstand langfristig wieder zu vermindern", sagte Vogt. Darauf weise auch das Landratsamt bei der Genehmigung der Haushaltssatzung regelmäßig hin. Eine überdurchschnittliche Schuldendienstbelastung und eine unterdurchschnittliche Steuer- und Finanzkraft vertrügen sich auf Dauer nicht miteinander. Zum Jahresende 2014 betrug der Schuldenstand der Stadt fast 4,8 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 1210 Euro deutlich über dem Landesschnitt.
Nachdem sich die drei Fraktionen im Vorfeld der Sitzung bereits auf Einsparungen in Höhe von fast 1,1 Millionen Euro geeinigt hatten, wurde um sieben Maßnahmen noch in der Sitzung gerungen. Schließlich blieben die 152 000 Euro für Gehsteig und Stützmauer entlang der CO 16 in der Oberelldorfer Siedlung ebenso im Haushaltsplan wie die 25 000 Euro für die Ausrüstung der Feuerwehren. Aufgeschoben wurden die mit 150 000 Euro veranschlagte Sanierung der Dachfläche des Seßlacher Feuerwehrgerätehauses sowie die je 2000 Euro teuren Zuschüsse zur Zaunanlage des Kindergartens Heilgersdorf und zum First-Responder-Fahrzeug des Markts Maroldsweisach. Für die Schule wurden gewünschte Anschaffungen des Hausmeisters bei drei Gegenstimmen von 49 600 auf 9 600 Euro sowie der Schulleitung von 19 300 auf 10 000 Euro reduziert.
Einstimmig beschloss der Stadtrat eine Vereinbarung mit dem Landkreis Coburg über den gemeinschaftlichen Ausbau der Kreisstraße CO 16 in der Ortsdurchfahrt Oberelldorf abzuschließen. Dagegen galt der Antrag der Freien Wähler auf Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit dem Münchner Investor Green City Energy über einen möglichen Windpark Bürgerwald Seßlach bei Stimmengleichheit von acht zu acht Stimmen als abgelehnt.
Anschließend bestätigte der Stadtrat folgende gewählte Feuerwehr-Kommandanten und ihre Stellvertreter: Marco Heinlein und Michael Schreiner (Autenhausen/Gemünda) sowie Gerhard Eiermann und Christian Schirling (Rothenberg).
Wie Mittag informierte, konnte inzwischen die Wiederherstellung des Hattersdorfer Tores in Auftrag gegeben werden. Die Kosten werden bei rund 20 000 Euro liegen.
Eine weitere dreiköpfige Flüchtlingsfamilie aus Syrien ist Anfang Februar in Seßlach eingezogen. Die Baumpflegearbeiten rund um die Stadtmauer sind bis auf die zu fällenden drei Fichten am Geiersberger Tor erledigt. Wenn der als Kleiderkammer gedachte Raum in der Schule in den nächsten Tagen einen neuen Boden erhalten hat, kann der Umzug erfolgen.