von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Altenkunstadt — Der Ausbau eines Franziskanerklosters im Altenkunstadter Pfarrhaus nimmt Formen an. Im März soll mit dem Innenausbau begonnen werden und parallel dazu werden die Außenarbeiten laufen. Somit könnten die drei Patres Kosma Rejmer, Rufus Witt und Bonifacy Suhak im Spätsommer einziehen.
Der neue Guardian Pater Kosma machte bei einem Rundgang durch das Gebäude deutlich: "Wir kommen zum Arbeiten und sind Gäste hier." Zu Anfang sei es schwer gewesen, die Kultur und die Mentalität in Deutschland zu verstehen. Doch habe man sich inzwischen gut eingelebt. "Wir leben nach dem Vorbild des Ordensgründers, des Heiligen Franziskus von Assisi", sagte er.
Im Mittelpunkt stünden "fraternitas" (Bruderschaft), und "minoritas" (Frömmigkeit und Dienst). Pater Kosma erläuterte, dass Erzbischof Ludwig Schick seinen Provinzial, Filemon Janka, gebeten habe, den Pfarrverband Obermain-Jura zu verstärken. Dazu gehöre der Seelsorgebereich Altenkunstadt, Burgkunstadt, Arnstein, Mainroth, Kirchlein, Weismain und Modschiedel. Betreut werde darüber hinaus die Kuratie Maineck mit ihren Filialen Neudorf, Pfaffendorf Weiden und Geutenreuth.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sehe er darin, junge Menschen zum Glauben zu bringen, sagte Pater Kosma. Aber auch den Senioren wolle er viel Zeit widmen. So stünden Besuche bei Geburtstagen älterer Mitbürger auf seinem Programm. Zu den evangelischen Glaubensbrüdern wolle er gute Kontakte pflegen ("wir sind alle Gläubige") und erwähnte einen ökumenischen Gottesdienst Ende Januar in Burgkunstadt.
Neu einführen wolle er Gottesdienste am Sonntagabend und hofft auf zahlreiche Besucher. "Kirche ist aktuell und wird stärker", ist der Pater überzeugt und glaubt durch die Einrichtung des Klosters etwas bewegen zu können.
An seiner Seite stehen die Glaubensbrüder Rufus Witt und Bonifacy Suhak. Pater Rufus (50) studierte Theologie im Priesterseminar der Franziskaner in Kattowitz und wirkte einige Jahre nach seiner Priesterweihe in Polen und wurde danach für zehn Jahre nach Vorarlberg, einem Bundesland im Westen der Republik Österreich, entsendet. Er wird sich jungen und älteren Menschen annehmen.
Pater Bonifac (28) lebte als junger Mann mit seinen Eltern in Hannover. Er legte das Abitur ab und studierte dann Theologie in Kattowitz. Nach der Priesterweihe wurde er vom Orden ein Jahr lang in Jarocin, der Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises im östlichen Teil Polens, eingesetzt. Er kam am 1. September 2014 nach Burgkunstadt. Seine Aufgabe ist die Betreuung der Kinder und Ministranten.
Pater Kosma wurde in Gdingen, dem ehemaligen Gotenhafen an der Danziger Bucht, geboren und lebte dort bis zum Abitur im Jahre 1990. Danach studierte er wie Rufus und Bonifac Theologie am Priesterseminar der Franziskaner. Die Priesterweihe folgte 1998 in Posen. Danach setzte ihn der Orden in verschiedenen Klöstern in Polen ein. Am 1. September 2013 kam er ein Jahr lang in das ehemalige Kloster der Kapuziner und jetzige Franziskanerkloster in Gößweinstein.
Am 1. September 2014 trat er seinen Dienst in Burgkunstadt an. Nur wenig Zeit hat er noch für seine geliebten Hobbys, der Amateurfunk und das Schwimmen.