Seit 25 Jahren gibt es am Uni-Klinikum Erlangen Patientenfürsprecher. Bei der Jubiläumsfeier konnten die ehrenamtlich tätigen Männer und Frauen ein dickes Lob einheimsen.

Wie Oberbürgermeister Florian Janik anmerkte, gehöre die Tätigkeit eines Patientenfürsprechers wohl kaum zu den bekanntesten in der Region. Dafür sei sie aber umso wichtiger und besonders anspruchsvoll.

Ein Patientenfürsprecher solle in erster Linie als unabhängiger Ansprechpartner fungieren. Patienten und deren Angehörige hätten die Möglichkeit, sich mit Problemen, Beschwerden oder Unklarheiten an die Ehrenamtlichen zu wenden. Diese versuchten dann, den Patienten in seinem Sinne zu vertreten.

Kommunikation stimmt nicht

Die Anliegen der Patienten sind vielfältig, meistens handelt es sich jedoch um Kommunikationsprobleme zwischen Arzt und Patient. Besonders das Internet sowie diverse Medienberichte hätten in den zurückliegenden Jahren dazu beigetragen, dass das Vertrauen in die Ärzte zurückgegangen ist, erklärte Professor Heinrich Iro, der ärztliche Direktor des Uni-Klinikums Erlangen.

Doch auch Beschwerden über das Krankenhausessen sowie über unverhältnismäßig lange Wartezeiten erreichten die Patientenfürsprecher häufig. Die fehlenden Parkplätze vor den Uni-Kliniken seien ein weiterer Kritikpunkt.

Dessen ist sich auch Florian Janik bewusst, der jedoch betonte, "intensiv" an einer Lösung dieses Problems zu arbeiten.

Neben einer möglichst raschen Konfliktlösung steht für die Fürsprecher jedoch vor allem die Patientenzufriedenheit im Vordergrund. Einfühlungsvermögen, sich genügend Zeit für den Patienten zu nehmen und einen Zugang zu allen Menschen und Berufsgruppen zu finden sind daher Eigenschaften, die bei dieser Tätigkeit zwingend erforderlich sind.

Wie Florian Janik erklärte, sei er sich durchaus bewusst, dass dieses Ehrenamt keine leichte Aufgabe ist. Gleichzeitig sei er jedoch dankbar, dass die Patientenfürsprecher mit ihrem Amt "zum Erhalt einer demokratischen Gesellschaft" beitragen. Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern auch den Nächsten im Blick zu haben und zu versuchen, ihm zu helfen.

80 Eingaben im Jahr

Im Durchschnitt erreichen die Fürsprecher etwa 80 Beschwerden und Anfragen pro Jahr. In etwa 90 Prozent der Fälle kann eine Lösung erzielt werden. Wie Professor Margareta Klinger, selbst Patientenfürsprecherin an der Uni-Klinik, betonte, sei eine Lösung des Problems jedoch nicht immer möglich.

Bei den Patientenfürsprecher-Tagen, die seit 2013 jährlich stattfinden, haben die Helfer die Möglichkeit, sich mit anderen Ehrenamtlichen aus demselben Tätigkeitsbereich auszutauschen und sich Rat zu holen. Derzeit sind 36 Prozent der Krankenhäuser mit Patientenfürsprechern ausgestattet, Ziel sind 100 Prozent.