Von Abba über AC/DC, Johnny Cash und Michael Jackson bis zu Tina Turner: Tribute-Shows für Pop-Ikonen und Rock-Legenden liegen voll im Trend. Stars, die es so nicht mehr gibt, weil sie entweder nicht mehr auftreten oder nicht mehr unter uns sind, werden von höchst professionellen Musikern abendfüllend nachgeahmt. Eine solche Tribute-Band, die den ulkigen Namen "God save the Queen" trägt, gastierte am Montagabend bei den Plassenburg-Open-Airs, übrigens schon zum zweiten Mal nach 2016.

"God save the Queen" hat sich ganz und gar der Musik der 1970 gegründeten britischen Rockband "Queen" verschrieben. Die Musik ist spätestens seit dem großen Erfolg des Films "Bohemian Rhapsody" wieder in jedermanns Ohr. Doch eigentlich geht es nicht um den Gitarristen Brian May, den Schlagzeuger Roger Taylor oder den Bassisten John Deacon, sondern um den Sänger und Frontman Freddie Mercury, der in der Show von Harry Rose verkörpert wird. Eines gleich vorweg, optisch trifft er das Original nicht mehr so ganz, stimmlich dafür umso mehr.

Unverwechselbar

1970 gegründet, hatte es "Queen" mit großem technischen Aufwand und der Attitüde des Glamrocks schnell zu Weltruhm gebracht. Unumstrittener Mittelpunkt der Shows war stets Freddy Mercury, der die Songs mit operettenhafter, oftmals pathetischer Geste unverwechselbar performte. Wenn auf einen das Adjektiv charismatisch zutrifft, dann auf Freddie Mercury. Die perfekte Show stand bei ihm stets im Vordergrund. Die britische Band nutzte für die Liveaufführung ihres pompös arrangierten Kunstrocks die jeweils neuesten Techniken für Akustik und Licht.

Die Musiker von "God save the Queen" überzeugten dabei selbst eingeschworene Fans und luden zu einem außergewöhnlichen, rund zweieinhalbstündigen Konzerterlebnis ein. Harry Rose präsentiert sich dabei nicht nur optisch im typischen Mercury-Outfit, sondern auch stimmlich mit opernhaften Unterton gerade in den anspruchsvollen Passagen.

Auch die typischen Angewohnheiten von Freddie Mercury hat sich Harry Rose längst zu eigen gemacht. Der Mikrofonständer ist für ihn Spielzeug, Tanzstange und Luftgitarre zugleich, die (englischen) Ansagen hat er sich von "Queen live at Wembley 1986" abgehört - und das Freddie-Mercury-Posing, linke Faust pathetisch gen Himmel, stimmt auch. "God save the Queen" gab das her, was "Queen" ausmachte: die ersten Songs, die noch deutlich vom Hardrock der frühen 1970er Jahre beeinflusst waren, aber auch die Ära ab 1975, als die Band das Album "A night at the opera" veröffentlichte. Darauf war unter anderem der Song "Bohemian Rhapsody" zu finden, der nun die neue Richtung vorgab und der in Kulmbach nicht fehlen durfte. Auch die dritte "Queen"-Periode fehlte nicht, als die Band ab den 1980er Jahren ihren zuckrigen Sound sparsamer einsetzte, und stattdessen Funk- und Disco-Einflüsse zuließ. Magisch wird es bei "It's a kind of magic", bei der Dance-floor-Nummer "Crazy little thing called love" kommen plötzlich Tänzerinnen auf die Bühne - und so schnell sie da waren, waren sie wieder weg.

Auch Songs, die man nicht mehr so auf dem Schirm hatte, erklingen plötzlich wieder, "Bicycle" zum Beispiel, "Radio Gaga" oder die wunderbare Ballade "Who wants to live forever", stilvoll am schwarzen Konzertflügel interpretiert.

All das brachte die Coverband hervorragend herüber inklusive eines fulminanten Schlusses mit den Hymnen "I want it all", "We will rock you" und "We are the champions". Insgesamt war die Show eine gelungene Kombination von brillantem Sound, einer aufwendigen Lichtshow und schrillen Kostümen. Auch und besonders bei "I want to break free": Wie im Originalvideo kommt der Frontman als Frau verkleidet auf die Bühne und tänzelt mit einem Vorwerk-Staubsauger.