Mit einer besinnlichen Andacht feierten Kraftfahrer aus ganz Oberfranken am Sonntag die Segnung ihrer Fahrzeuge in Vierzehnheiligen. Pater Christoph Kreitmeier ließ die ihm sonst eigene Fröhlichkeit vermissen.
Er gedachte der Opfer von München, Nizza und Paris und befürchtete, dass es noch schlimmer werden könne. "Vierzehnheiligen ist ein Ort des Rückzugs, die Nothelfer spenden Trost und sind das Bodenpersonal Gottes", sagte er. Die Heiligen auf dem Gnadenaltar seien keine Götzenbilder, wie manche Atheisten behaupteten, sondern Märtyrer, die für den Glauben gestorben seien. Dann erzählte der Franziskanerpater die Legende des heiligen Christophorus. Die bekannteste sei die einer Suche nach dem stärksten Herrscher der Welt, unter welchem er zukünftig dienen wollte. Da er bei seiner Suche nach einem solchen Herrscher stets auf ihre begrenzte Macht stieß, fügte er sich seinem Schicksal und ging seiner Tätigkeit als Fährmann nach, um Reisende mit seiner hünenhaften Gestalt trocken über ein Gewässer zu führen. Eines Tages trug er ein Kind auf seinen Schultern über das Wasser, das mit jedem Schritt jedoch schwerer zu werden schien. Christophorus klagte dem Kind sein Leid und dass es sich anfühlen würde, als hätte er die gesamte Last der Welt zu tragen.
Hier gab sich Jesus Christus zu erkennen als mächtigster Herrscher, der alle Last auf seinen Rücken zu schultern hatte. Nach Überquerung des Gewässers verlieh Jesus ihm den Titel Christophorus, also Jesusträger, der noch heute in Europa am 24. Juli von den katholischen wie protestantischen Gläubigen verehrt wird.
Vor dem Gotteshaus warteten die Fahrzeugführer auf die Segnung. Hermann Przibylla aus Trieb hatte seinen neuen "Ape cross", ein Dreirad von Piaggio, mitgebracht. Er hoffte auf eine unfallfreie Fahrt, wenn er zum Einkaufen fahre oder eine Kiste Bier transportiere. Traurig stand Christof Pflaum aus Altenbanz neben seiner Yamaha auf dem Basilikaplatz. Er hatte seinen Freund bei einem Unfall verloren. Er komme aus einer christlichen Familie und es sei ihm ein Bedürfnis, dass sein Motorrad gesegnet werde, sagte der junge Mann. Einen weiten Weg hatte Johannes Taig aus Marktleugast mit seinem Fendt 313 zurückgelegt. Bei einer kürzlichen Wallfahrt aus Marienweiher hatte er von der Fahrzeugsegnung erfahren und entschied sich spontan, auch seinen ein Jahr alten Schlepper segnen zu lassen. awe