Bamberg — Bambergs ungarische Partnerstadt Esztergom "macht sich": Zu dieser Überzeugung kamen Bamberger, die als Mitglieder des Bürgervereins Stephansberg der kleinen Stadt am Donauknie einen Besuch abgestattet und sich an ihrer Schönheit erfreut haben.
Esztergom hat 30 000 Einwohner und ist der Stadt Bamberg seit den 80er Jahren partnerschaftlich verbunden. Im Rathaus von Esztergom wurde diese Freundschaft nun aufgefrischt, und das ganz offiziell: Die erst vor wenigen Monaten ins Amt gewählte neue Bürgermeisterin Etelka Romanek begrüßte die Gäste aus Franken. Reiseorganisator Gerhard Will und der Vorsitzende des Bürgervereins, Martin Krebs, dankten für den herzlichen Empfang.


Hochzeit mit Heinrichs Schwester

Stadtrat Dieter Weinsheimer, FW, gab einen kurzen Abriss über die Entstehung der Partnerschaft. Anders als bei Rodez oder Bedford war der Grund im Falle Esztergoms eine lange gemeinsame Geschichte. Die jeweils höchsten Vertreter der katholischen Kirche - der Primas von Ungarn und der Bamberger Erzbischof - knüpften die ersten Kontakte und entwickelten die Idee der Partnerschaft. Der geschichtliche Grund ist die Hochzeit zwischen Stephan, dem Gründer des Königreiches Ungarn - der möglicherweise durch den Bamberger Reiter im Dom dargestellt wird -, und Gisela, der Schwester des in Bamberg residierenden Kaiser Heinrichs II. Im Jahre 1992 unterzeichneten die Vertreter beider Städte die Partnerschaftsurkunde.
Die etwa 50 Kilometer von Budapest entfernte Stadt ist wie Bamberg Sitz eines Erzbischofs, der gleichzeitig Oberhaupt der ungarischen katholischen Kirche ist. Die im 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil umgebaute Basilika beherrscht das Burgviertel. Sie ist die größte Kirche des Landes mit einer weithin sichtbaren Kuppel. In der Schatzkammer der Basilika konnten die Gäste die wertvollste Sammlung ungarischer Kirchenschätze bewundern.
Das Donauknie, an dem Esztergom liegt, gilt als eine der schönsten Landschaften Ungarns. Das vielleicht spektakulärste Erlebnis für die Bamberger bildete jedoch die Ankunft mit dem Schiff in der abendlich beleuchteten Innenstadt von Budapest. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch in Schloss Gödöllö. Hinter diesem Namen verbirgt sich das Lieblingsschloss der Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sissi. Zur Entspannung konnte man einen Spaziergang im Elisabeth-Park des Schlosses unternehmen, der unter Naturschutz steht.


Glanz nicht verblasst

Sowohl die Bürgermeisterin von Esztergom als auch die Vertreter des Bürgervereins Stephansberg hoffen, dass sich noch andere Bamberger Bürgervereine auf den Weg nach Ungarn machen und die Schönheit der kleinen ungarischen Stadt für sich entdecken. Zumal ein Besuch am Donauknie die Chance bietet, Budapest zu besuchen. So haben es auch die Stephansberger gemacht und erlebt, dass der Glanz vergangener Zeiten noch nicht verblasst ist. In Budapest besichtigten sie das prächtige Parlamentsgebäude mit den berühmten Sehenswürdigkeiten wie Stephansbasilika, Matthiaskirche oder Fischerbastei.